Valin – Wirkung und Vorkommen

Valin – Wirkung und Vorkommen von

Wer von euch viel Sport treibt und das ein oder andere Nahrungsergänzungsmittel im Schrank stehen hat, wird sie kennen – die Branched-Chain Amino Acids, kurz BCAA. Doch auch für Nichtsportler sollte dieser Begriff interessant sein, denn hinter dem Zungenbrecher verstecken sich verzweigtkettige Aminosäuren, die für jeden menschlichen Organismus lebensnotwendig sind! Auch die essentielle Aminosäure Valin reiht sich in die Kette der Verzweigtkettigen ein, weswegen wir in diesem Beitrag detailliert auf die Wirkungsweise dieser Aminosäure eingehen. Außerdem erfahrt ihr, welche Lebensmittel Valin erhalten – eine Alternative für die Veganer unter uns gibt’s an dieser Stelle natürlich auch.

 

Was ist Valin?

Ebenso wie Lysin und Co gehört auch Valin zu den acht essentiellen Aminosäuren, die besonders eins sind – essentiell. Unser Organismus braucht diese Aminosäure also, um lebenswichtige Prozesse wie Verdauung, Immunsystem, Bildung von Enzymen und Hormonen etc. aufrecht zu erhalten.

Leider kann unser Körper Valin nicht selber synthetisieren, weswegen er auf unsere Hilfe angewiesen ist: Wir müssen beizeiten zu Lebensmitteln greifen, die diese essentielle Aminosäure enthalten, um den Bedarf an Valin zu decken und lebensnotwendige Prozesse am Laufen zu halten.

Gut zu wissen: Die Stoffbezeichnung Valin, in der Chemie übrigens oft abgekürzt mit Val oder V,  leitet sich von dem lateinischen Wort “validus” ab, was übersetzt soviel wie “kräftig” oder “gesund” bedeutet. Erstmals isoliert wurde die essentielle Aminosäure von dem Chemiker und Nobelpreisträger Hermann Emil Fischer im Jahr 1901.

 

Die Wirkung von Valin

Valin wird, so wie andere Aminosäuren auch, in allen Geweben metabolisiert und abgebaut. Metabolisieren meint den biochemischen Um- oder Abbau einer Substanz, bedingt durch körpereigene Enzymsysteme. Bei dem Ergebnis einer solchen Metabolisierung spricht man von einem Metabolit. Bei diesem Vorgang ist zu beachten, dass essentielle Aminosäuren – wie z.B. Valin, Isoleucin und Lysin – deutlicher schneller absorbiert werden können, weswegen ihnen eine wichtige Aufgabe im Leistungssport zukommt.

Auch wenn die Wirkung von BCAA im Rahmen des Leistungssports nach wie vor umstritten ist, beweisen Studien, dass sich die Regeneration der Muskulatur nach intensiven Trainingseinheiten deutlich schneller vollzieht. Wer als Leistungssportler auf BCAA deshalb nicht verzichten will, sollte diese mit anderen Aminosäuren kombinieren, da die isolierte Aufnahme von BCAA den Muskelaufbau stören kann.

Während der Einsatz von Valin im Leistungssport eher ein “nice to have” ist, sind wir im Alltag auf die Aminosäure angewiesen, da andernfalls lebensnotwendige Prozesse nicht bzw. nur eingeschränkt stattfinden könnten. Für folgende Funktionen benötigen wir Valin:

• Wachstum: In unterschiedlichen Studien wurde herausgefunden, dass Valin die Ausschüttung des Wachstumshormons Somatotropin fördert. Dieses Hormon begünstigt die Aminosäurenverwertung in Muskeln, Leber und Knochen und unterstützt gleichzeitig das Längenwachstum während der Pubertät. Außerdem regt Somatotropin den Fettabbau an.

• Nervenfunktion: In unserem zentralen Nervensystem wirk die essentielle Aminosäure als wichtige Vorstufe der Botenstoffe, die Informationen und Reize von einer Nervenzelle zur nächsten übertragen.

• Aufbau und Abbau von Proteinen: Valin beugt, besonders in körperlichen Stresssituationen, einem erhöhten Proteinabbau vor. Dies ist besonders nach Operationen oder während schwere Verletzungen abheilen von Vorteil. Gleichzeitig wird durch die Aminosäure das Immunsystem gestärkt, weswegen der Körper gegenüber Infektionen wiederstandsfähiger bleibt.

• Energieversorgung: Wenn wir uns in einer Hungerphase oder einer lang anhaltenden, körperlichen Anstrengung befinden, funktioniert Valin als Energiequelle. Wenn unser Körper also alle Kohlenhydratreserven und Fettspeicher aufgebraucht hat, kann aus Valin energiereiche Glukose gebildet werden und unser Körper kann die körperliche Anstrengung oder Hungerphase meistern.

 

Welche Lebensmittel beinhalten Valin?

Von der Weltgesundheitsorganisation gibt es bis dato keine konkreten Angaben zum Tagesbedarf an Valin. Je nachdem, welche Methode also angewendet wird um dies zu berechnen, variiert der Wert zwischen 10 bis 20 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Ihr könnt davon ausgehen, dass Kinder und Jugendliche, die sich im Wachstum befinden, sowie Schwangere und Leistungssportler einen höheren Bedarf haben.

 

Gleiches gilt für Menschen, die krank sind oder sich in einer Regenerationszeit befinden – auch hier kann der Bedarf an der essentiellen Aminosäure erhöht sein. Außerdem treibt ein ständig hoher Stresspegel den Verbrauch von Valin in die Höhe – und dementsprechend muss mit dem Zuführen von valinhaltigen Lebensmitteln gekontert werden. Folgende Produkte sind hier geeignet:

  • rohes Rindfleisch: 1055 mg
  • Hähnchenbrustfilet, roh: 1145 mg
  • Lachs: 1107 mg
  • Hühnerei: 859 mg
  • Kuhmilch: 220 mg
  • Walnüsse: 753 mg
  • Reis: 466 mg
  • Spirulina: 2387 mg
  • Chlorella: 3800 mg

 

Vegane Valin-Quellen

Wer von euch Veganer ist, weiß – auch diejenigen, die keine tierischen Produkte konsumieren, haben genug Möglichkeiten, um an Proteine und essentielle Aminosäuren zu kommen. Deshalb gibt es natürlich auch hier vielfältige Möglichkeiten an vegetarischen bzw. vegane Quellen:

  • Mais: 1820 mg
  • Kartoffeln: 2884 mg
  • Tofu: 3122 mg
  • Wildreis: 3432 mg
  • Erbsen: 2115 mg
  • Spirulina: 2387 mg
  • Chlorella: 3800 mg
  • Walnüsse: 753 mg
  • Reis: 466 mg

 

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