Methionin – Wirkung und Vorkommen

Methionin – Wirkung und Vorkommen von

Besonders Frauen kennen es: Einmal zu lange auf kaltem Steinboden gesessen oder sich nicht warm genug angezogen – schon klopft die nächste Blasenentzündung an die Tür. Gerade jetzt, wo es wieder kühler wird, solltet ihr deshalb darauf achten, euch warm genug anzuziehen und nach Möglichkeit immer auf Sitzkissen zurückgreifen.  Wenn es euch doch mal erwischt haben sollte, hilft: Trinken, trinken trinken – und Methionin! Was die essentielle Aminosäure mit dem Bekämpfen von Harnwegsinfekten zu tun hat, über welches Wirkungsspektrum sie verfügt und in welchen Lebensmitteln ihr Methionin findet, erfahrt ihr in diesem Beitrag!

 

Was ist Methionin?

Methionin ist eine von acht essentiellen Aminosäuren, die unser Körper nicht selber herstellen kann und wir sie dementsprechend über Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zuführen müssen. Die essentielle Aminosäure Methionin liegt überwiegend als sogenanntes “inneres Salz” bzw. Zwitterion vor, was bedeutet: Die Aminosäure ist meist in Form eines Zwitterions vorhanden, also ein Molekül mit zwei oder mehreren funktionellen Gruppen (Atomgruppen in organischen Verbindungen), das sowohl positiv als auch negativ geladen ist. Im Endergebnis ist das Molekül/Methionin also neutral!

Auch wenn sich Methionin, Valin und Co in der Hinsicht ähneln, dass sie alle NICHT von dem Körper selbst hergestellt werden können, gibt es einen Aspekt, der Methionin von seinen anderen Geschwistern unterscheidet – Methionin enthält als einzige essentielle Aminosäure Schwefel im Molekül. Nehmen wir also Met (Synonym für Methionin) über Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel zu uns, nehmen wir nicht nur Methylgruppen, sondern auch Schwefel auf.

Schwefel in unserem Körper? Hört sich komisch an? Ist es aber keineswegs! Im nächsten Abschnitt erfahrt ihr, wie genau dieser Schwefel euch beim Kampf gegen Harnwegsinfektionen unterstützt und über welches Wirkungsspektrum Methionin sonst noch verfügt.

 

Die Wirkung von Methionin

Zunächst sollten wir uns bewusst machen, dass Methionin, ähnlich wie andere essentielle Aminosäuren auch, an vielen Körperfunktionen beteiligt ist. So trägt diese Aminosäure bspw. zur Bildung von Hormonen, Neurotransmittern und Nukleinsäuren bei und ist somit für den menschlichen Organismus unentbehrlich. Des Weiteren bildet Methionin die Vorstufe zu den Aminosäuren Cystein und Taurin sowie des Antioxidans Glutathion.

Während einige der essentiellen Aminosäuren besonders dann vermehrt zugeführt werden, wenn eine Leistungssteigerung angestrebt wird, wird Methionin besonders im Kampf gegen Harnwegsinfektionen eingesetzt. Bei Patienten, die unter Harnwegsinfektionen leiden, verabreicht man häufig eine höhere Menge an Methionin. Diesen Überschuss muss der Körper abbauen – hierbei kommt es zu einer Oxidation von Schwefelwasserstoff (hier haben wir den Schwefel!), wodurch kleine, positiv geladene Moleküle entstehen. Zudem bildet sich ein Sulfat, dass gemeinsam mit den positiven Teilchen über den Urin ausgeschieden wird.

Dieser gesamte Vorgang sorgt dafür, dass der Urin säuerlicher wird, was bei einer Harnwegsinfektion, die durch Bakterien ausgelöst wurde, als äußerst positiv zu bewerten ist. Durch den niedrigeren pH-Wert des Urins wird das Bakterienwachstum gehemmt, zusätzlich wird die Wirksamkeit des Antibiotika gestärkt.

 

Wirkungsspektrum von Methionin

Da sich das Wirkungsspektrum von Methionin nicht nur auf das Bekämpfen Harnwegsinfektionen beschränkt, haben wir die wichtigsten Punkte des gesamten Wirkungsspektrums kurz und knackig für euch zusammengefasst:

beugt der Entstehung von Nierensteinen vor

unterstützt bei einer antibiotischen Behandlung von Harnwegserkrankungen

beeinflusst den pH-Wert des Urins, wodurch bakterielle Harnwegsinfektionen schneller geheilt werden können

trägt zur Bildung von Adrenalin, Carnitin, Kreation und Melatonin bei

Besonders für Allergiker interessant: Methionin wirkt antioxidativ, wodurch bspw. Histamin schneller abgebaut werden kann

Methionin wird eingesetzt bei der Behandlung von Depressionen und depressiven Verstimmungen, da diese Aminosäure in Kombination mit anderen Stoffen den Neurotransmitterstoffwechsel im Gehirn verbessert. Gleichzeitig wird die Ansprechrate auf klassische Antidepressiva gesteigert.

 

Welche Lebensmittel beinhalten Methionin?

Die Aminosäure Methionin wurde bereits 1922 entdeckt und ist sehr gut erforscht. Deswegen können Wissenschaftler heute sehr genau sagen, dass ein gesunder Erwachsener pro Tag ca. 21 mg Methionin pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen sollte.

Natürlich sollte man bedenken, dass wenn man nicht gesund ist, bspw. unter einer Harnwegserkrankung leidet oder es mit Heuschnupfen zu tun hat, der Bedarf an Methionin steigt und dementsprechend ergänzt werden sollte. Mit dem Konsum von folgenden Lebensmitteln kann die Zufuhr der essentiellen Aminosäure gesteigert werden:

  • Lachs
  • Garnelen
  • Pute
  • Huhn
  • Rind
  • Käse, insbesondere Emmentaler

 

Vegane Methionin-Quellen

Da wir davon ausgehen, dass einige von euch sich vegetarisch bzw. vegan ernähren, haben wir natürlich auch die  vegetarischen bzw. vegane Quellen herausgesucht. Folgende Lebensmitteln könnt ihr konsumieren, um euren Methionin-Haushalt aufzufrischen:

  • Sojabohnen
  • Weizenkeime
  • Quinoa
  • Hülsenfrüchte
  • Getreide
  • Nüsse und Samen
  • Sprossen

 

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