Maca – Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Maca gesund

Maca ist in den Anden als Nahrungs- und Heilpflanze seit über 2.000 Jahren bekannt und beliebt. Jetzt findet die Knolle in Form von Pulver und Kapseln auch aufgrund ihrer als aphrodisierend geltenden Wirkung immer mehr den Weg zu uns. Was ist dran, an dem Mythos Maca? Und wie ist das Superfood als Nahrungsmittel zu bewerten?

Der folgende Artikel befasst sich mit den Inhaltsstoffen, der Wirkung und Anwendung von Maca.

1. Was ist Maca?
2. Inhaltsstoffe
3. Maca Wirkung als Heilpflanze

4.1. Studien zur Maca Wirkung
4.2.Wirkung bei sexueller Unlust
4.3. Wirkung bei Potenzstörungen
4.4. Bei unerfülltem Kinderwunsch

5. Maca als Lebensmittel

5.1. Maca als Nahrungsmittel
5.2. Nebenwirkung von Maca

6. Maca kaufen
7. Fazit

 

1. Was ist Maca?

Die Maca Wurzel eines peruanischen Kressegewächses, wächst in den Anden, in etwa 4.000 Meter Höhe. Sie gehört zur Familie der Kreuzblütler, wie etwa auch Brunnenkresse, Kohl und Meerrettich. Doch die Maca sticht unter ihren Verwandten deutlich hervor. Schon seit etwa 2.000 Jahren wird sie in Peru als Nahrungs- und Heilpflanze angebaut und ist dort vor allem für ihren beeindruckenden Nährstoffreichtum bekannt. Aber auch heilende Kräfte werden ihr nachgesagt. Zu diesen gehört die Steigerung der psychischen Belastbarkeit, der geistigen Leistungsfähigkeit und der Libido (des Sexualtriebs). Inzwischen ist die Wurzel in Form von Pulvern und Kapseln als Superfood auch bei uns angekommen und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Als natürliches Potenzmittel findet sie hier ebenso Anwendung, wie als Nahrungsergänzungsmittel für Hochleistungssportler und Menschen, die ihre Denkfähigkeit verbessern wollen.

Dabei ist das Kraut der Pflanze, das gerade einmal 20 Zentimeter Wuchshöhe erreicht, um sich gegen den starken Wind in den Anden zu schützen, nahezu unscheinbar. Ihre wahre Kraft steckt in den birnenförmigen Knollen. Je nach Sorte erreichen diese eine Länge von zwei bis fünf oder zehn bis 14 Zentimeter Länge und einen Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern. Die Farbe der Wurzel kann weiß, gelb, rosa oder rot sein und hilft neben anderen Merkmalen dabei, die unterschiedlichen Maca-Sorten voneinander zu unterscheiden. Die Inhaltsstoffe sind dabei in allen Sorten ähnlich bis gleich.

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2. Die Inhaltsstoffe – reich an Aminosäuren

Ein Großteil der Maca Wurzel besteht aus Wasser, denn sie dient der eigentlichen Pflanze als Wasserspeicher. Trotz des hohen Wasseranteils ist jedoch auch der Nährstoffgehalt in der Knolle ausgesprochen hoch. Höher, als bei vielen anderen Lebensmitteln. Das bringt ihr die Kategorisierung als Superfood ein.

Bei der Macawurzel lautet diese in etwa wie folgt:

  • 59 % Kohlenhydrate
  • 13 % Proteine
  • 8,5 % Faserstoffe
  • 2,2 % Lipide

Ihr vielleicht wertvollster Verdienst aus ernährungsphysiologischer Sicht besteht aber vor allem in ihrem reichen Gehalt an essenziellen Aminosäuren. Diese können nicht vom Körper selber gebildet werden, bedürfen einem Zuführen über die Nahrung und erfüllen im menschlichen Organismus verschiedene Aufgaben, vor allem im Bereich der Stoffwechselprozesse.

Bei frischen Wurzeln ist zudem der hohe Gehalt an Jod und Eisen nennenswert. In der westlichen Welt kommen wir allerdings leider viel zu selten in den Genuss der frischen Knollen, denn hier werden diese vor allem in getrockneter Form verkauft. Dennoch, auch getrocknet, kann die Macawurzel noch einen Großteil ihrer über 60 verschiedenen Vitalnährstoffe erhalten und weist auch in diesem Zustand einen Proteingehalt von etwa 13 bis 16 % auf. Ihr Calcium-Gehalt ist ebenfalls ausgesprochen hoch – und übertrifft den unserer einheimischen Kartoffel.

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3. Maca Wirkung: Die Verwendung als Heilpflanze

Wie jedem Superfood, wird auch Maca eine Reihe besonderer Wirkungen nachgesagt. Bei den Ureinwohnern der Anden, den Inka, hat die Wurzel mit 2.000 Jahren Verwendung immerhin eine lange Tradition. Auch hier ist die Wurzel als Heilpflanze bekannt und findet in der traditionellen Medizin noch immer Verwendung. Zum Beispiel wird ihr hier eine Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit nachgesagt. So würden Menschen, die regelmäßig Maca zu sich nehmen, weniger anfällig für Stress und Depressionen. Als Heilpflanze hat sie demnach sowohl eine ausgleichende (Stress reduzierende) als auch antriebssteigernde (Depressionen entgegen wirkende und vermindernde) Wirkung.

Die wohl berühmteste und gleichzeitig auch am häufigsten erforschte Maca Wirkung ist jedoch die der Potenzsteigerung. Die Geschichten dieser reichen bis in die Zeit der Inka zurück. Hier wurde Ziegenhirten, deren Ziegen weniger Nachwuchs produzierten, beispielsweise dazu geraten, die Tiere hoch auf die Anden zu treiben. Dort konnten sie die Tiere mit den Maca-Wurzeln füttern, die reich an Nährstoffen waren und denen schon damals eine Lust steigernde Wirkung nachgesagt wurde. Tatsächlich stieg die Geburtenrate bei den Ziegen rapide an. Die Steigung des sexuellen Antriebs durch Maca wurde dabei von den Inkas als so stark bemessen, dass es unter Menschen nur verheirateten Paaren erlaubt war, die Wurzel zu sich zu nehmen.

Nun wird vor allem natürlichen Potenzmitteln nachgesagt, oft nicht mehr als ein Placebo zu sein. Eine tatsächliche Verbesserung der sexuellen Funktion und der Lust kann nur in den seltensten Fällen nachgewiesen werden und so gehören viele Potenzmittel aus der Natur in das Reich der Mythen. Wie aber verhält es sich mit Maca? Kann die Knolle wirklich halten, was ihr Ruf verspricht? Mit dieser Frage haben sich inzwischen Wissenschaftler weltweit beschäftigt.

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4.1. Studien zur Maca Wirkung

Maca und seine Wirkung waren schnell auch bei Reisenden bekannt, sodass die Knolle über Mexiko schließlich auch in andere Länder Einzug hielt. Inzwischen ist ihr Ruf der Macawurzel vorausgeeilt. Über das Internet wird sie in Pulver und Tablettenform mittlerweile weltweit vertrieben.

Die hohe Nachfrage ruft natürlich auch zunehmend das Interesse der Wissenschaft auf den Plan, die dem Geheimnis der Anden-Pflanze auf den Grund gehen wollen. Auf Fachseiten im Internet werden dabei vor allem Studien außerhalb Deutschlands, zum Beispiel aus den USA und China, zitiert. Eine Kritik ist ihnen allen gemein. So würden, laut des Bundesinstituts für Risikobewertung, alle Studien eine zu geringe Teilnehmerzahl aufweisen. Zudem seien die Gruppen, an denen die Wirkung von Maca getestet wurde, häufig zu heterogen, also zu unterschiedlich. Auch die Methodik wird in den meisten Studien bemängelt. Dennoch reicht die Kritik an diesen nicht aus, um tatsächlich alle dort erlangten Erkenntnisse zuverlässig zu widerlegen, weswegen wir sie hier aufzählen und nennen wollen.

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4.2. Maca Wirkung bei sexueller Unlust

Sexuelle Unlust beschreibt eine Funktionsstörung, bei denen die Betroffenen unter einem deutlich verringerten, sexuellen Antrieb leiden. Kurz: sie haben einfach keine Lust auf Sex. Das kann sowohl für den Partner als auch für den Betroffenen selbst sehr belastend sein. Patienten mit sexueller Unlust suchen daher oft lange nach einer Möglichkeit, ihr Problem in den Griff zu bekommen. Genau das gestaltet sich jedoch schwierig, denn die Gründe für mangelndes sexuelles Verlangen können sowohl psychischer als auch physischer Natur sein und natürlich auch in einer Kombination von beidem begründet liegen.

Häufige Ursache für die fehlende Lust im Bett kann eine SSRI-bedingte, sexuelle Störung sein. Diese tritt häufig als Nebenwirkung von Antidepressiva auf und umfasst neben einer gesenkten oder nicht mehr vorhandenen Libido auch einen verspäteten Orgasmus oder eine Orgasmusunfähigkeit sowie die geringere Empfindlichkeit der Geschlechtsorgane. Eine an 16 Teilnehmern durchgeführte Studie (Probandinnen waren vornehmlich Frauen Mitte dreißig) zeigte, dass die Einnahme von Maca die sexuelle Lust steigerte und so das Hauptsymptom der sexuellen Störung bekämpfte. Laut Dr. Dording und Kollegen, die diese Studie am Massachusetts General Hospital in Boston veröffentlichten, waren dabei keine hormonellen Veränderungen zu messen. Der Einsatz von Maca zur Bekämpfung von sexueller Unlust, die durch SSRI-hemmende Antidepressiva ausgelöst war, wurde damit als erfolgreich und schonend bewertet.

Sexuelle Unlust tritt, vor allem bei Frauen, aufgrund der stärkeren, hormonellen Veränderung, auch in den Wechseljahren vermehrt auf. Auch hier zeigte sich die Einnahme von Maca als erfolgreich. Eine in Australien am Victoria Hospital durchgeführte Studie gab den Probandinnen, die sich in der Menopause befanden, täglich 3,5 Gramm Macapulver über einen Zeitraum von sechs Wochen. Das Ergebnis: Die sexuelle Unlust verbesserte sich, die Libido stieg wieder. Dies schien dabei ausschließlich auf einer verbesserten Gesamtstimmung, also einer besseren Laune, zu beruhen. Die psychischen Begleiterscheinungen der Menopause, insbesondere depressive Verstimmungen, wurden durch die Einnahme von Maca vermindert. Der Hormonspiegel hingegen war nicht messbar vom Macapulver beeinflusst worden.

Die Probandinnen, die in dieser Doppelblindstudie ein Placebo erhielten, zeigten in der Regel keine nennenswerten Verbesserungen. Die Wirkung von Maca scheint damit auch in dieser Studie bewiesen.

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4.3. Maca bei Potenzstörungen

Ebenso wie bei einem gesenkten, sexuellen Antrieb, sind auch die Gründe für Potenzprobleme nicht immer eindeutig zu klären. Auch hier scheinen sowohl psychische als auch physische Faktoren sowie eine Kombination aus beidem, eine Rolle zu spielen. Die Wirkung von Maca bei Potenzstörungen untersuchten Dr. Gonzales und Kollegen im peruanischen Lima, an der Universidad Peruana Cayetano Heredia. In der Doppelblindstudie an Probanden zwischen 21 und 56 Jahren, denen je nach Kontrollgruppe 1,5 Gramm Maca, 3 Gramm Maca oder ein Placebo täglich verabreicht wurden, konnte Folgendes festgestellt werden:

Nach etwa acht Wochen hatten beide mit Maca behandelten Gruppen ein subjektiv als höher empfundenes, sexuelles Verlangen und eine bessere Potenz als die Gruppe, die lediglich ein Placebo erhalten hatte. Dr. Gonzales führte dieses Phänomen zunächst auf ein gesteigertes Hormonlevel (mehr Testosteron) oder eine bessere Stimmung zurück. Die Messung des Hormonspiegels ergab jedoch keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zur Placebo-Kontrollgruppe sowie dem zu Beginn der Studie erhobenen Hormonwert der Probanden. Eine hormonelle Ursache der Potenz- und Luststeigerung war damit ausgeschlossen.

Die Stimmung der Studienteilnehmer wurde mittels des Hamilton-Tests für Depressionen und dem Hamilton-Test für Angststörung ermittelt. Hierbei werden dem Patienten zum Beispiel Fragen nach Stimmung und Angst gestellt, die dieser beantworten muss. Auch hierbei zeigten sich keine Veränderungen im Vergleich zum Beginn der Studie.

Dr. Gonzales schloss daraus, dass Maca eine potenzsteigernde Wirkung hat, ohne dass Stimmung oder Hormonlevel beeinflusst werden. Dennoch: Ganz ohne Stimmungssteigerung scheint Maca auch hier nicht zu sein. So berichteten die Probanden, dass sie sich im Allgemeinen unternehmungslustiger und fitter fühlten. So hat die Wurzel möglicherweise keinen direkten Einfluss auf eine akute, depressive Phase, möglicherweise aber auf das allgemeine Wohlbefinden, wenn keine depressive Episode besteht.

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4.4. Maca bei unerfülltem Kinderwunsch

Die Zahl der kinderlosen Paare, die sich ein Kind wünschen, bei denen es aber bisher nicht geklappt hat, beläuft sich auf etwa 2.000 000 deutschlandweit. Die Spermienqualität des Mannes ist dabei sehr häufig Ursache dafür, dass der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Spermien können entweder zu langsam, zu wenig vorhanden oder deformiert sein. All diese Anomalitäten machen es schwierig, ein Kind auf normalem Wege zu zeugen. Manchmal hilft hier nur der Weg in eine sogenannte Kinderwunschklinik, wo auf medizinischem Wege versucht wird, den Kinderwunsch zu erfüllen. Das kann beispielsweise durch eine In-vitro-Fertilisation (Befruchtung im Reagenzglas) geschehen. Dieses Verfahren ist jedoch nicht immer erfolgsversprechend, muss teilweise finanziell selbst getragen werden und bedeutet viel Stress für das betroffene Paar.

Bevor Paare diesen Schritt gehen, ist es zumindest einen Versuch wert, die Spermienqualität durch die Nahrungsergänzung mit Maca zu erhöhen. Im Idealfall kann so der Kinderwunsch auf natürliche Weise erfüllt werden.

Dass die Wurzel einen positiven Einfluss auf die Spermienqualität eines Mannes haben kann, fand ebenfalls die Universität im peruanischen Lima heraus. Zu Beginn dieser Studie wurde die Qualität in Bezug auf Form, Größe, Menge und Beweglichkeit der Spermien analysiert, sowie relevante Hormonwerte (LH, FSH, Prolactin und Testosteron) ermittelt. Anschließend wurden die Probanden über einen Zeitraum von vier Monaten mit 1,5 Gramm bzw. 3 Gramm Maca täglich behandelt. Am Ende der Studie zeigte sich eine nachweisliche Verbesserung der Spermienqualität in Volumen, Anzahl und Beweglichkeit. Genau wie bei anderen Maca-Studien, wurde auch hier keine Veränderung im Hormonspiegel gemessen. Maca scheint demnach ausschließlich auf die Spermienqualität zu wirken. Dabei ist es unerheblich, ob täglich 1,5 Gramm oder die doppelte Menge konsumiert wird – die Ergebnisse hierzu waren in beiden Gruppen die gleichen. Einen deutlich größeren Einfluss hat hingegen die Behandlungsdauer. Diese sollte vier Monate nicht unterschreiten, da die Spermien alleine drei Monate brauchen, um zu reifen. Eine Zeit, die Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sicher gerne in Kauf nehmen, wenn sie dadurch eine Behandlung in der Klinik vermeiden können.

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5. Maca als Nahrungsmittel

Obwohl ihr der Ruf als Heilpflanze vorauseilt, in ihrer Heimat, den Anden, wird die Macawurzel noch immer hauptsächlich als Nahrungsmittel verwendet. Die Knolle weist dabei in gekochter und gebratener Form einen süßlichen Geschmack auf und wird in manchen Regionen bis zu dreimal täglich verzehrt. Roh wird die Wurzel hier nur selten genossen. Übrigens: Der Geschmack scheint sich je nach Maca-Sorte leicht zu unterscheiden. Bevorzugt wird die gelbe Knolle

Die Inka verspeisen Maca als Gemüse, in Form eines Breies, als Mehlersatz in gebackenen Speisen oder auch einfach in heiße Milch oder Wasser gerührt. Die Verwendung in der peruanischen Küche ist demnach vielfältig und trägt zur Beliebtheit der süßlichen Wurzel bei.

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5.1. Wirkung von Maca als Lebensmittel

Maca Nährstoffe
Maca ist sehr Nährstoffreich

Die zahlreichen Vitalstoffe – über 60 – der Maca haben wir eingangs bereits erwähnt. Das macht das die Wurzel nicht nur als Heilpflanze, sondern auch als Nahrungsmittel ausgesprochen wertvoll. Vor allem Hochleistungssportler setzen aufgrund des hohen Eisengehaltes zunehmend auf das peruanische Pulver aus den Anden.

Auch der Calciumgehalt (450 mg a 100 g Maca-Pulver) sowie der Zink, Phosphor und Jodgehalt sind nicht zu verachten und versorgen den Körper mit vielen, wertvollen Nährstoffen. Gerade in der Wettkampfphase, bei starker, körperlicher Belastung oder in einem vermehrten Training, profitiert der Körper von Maca.

Im Idealfall wird der Cholesterinspiegel dadurch ebenfalls gesenkt, denn die Knolle hemmt die Aufnahme des „schlechten“ Cholesterins LDL im Dünndarm und beeinflusst so den Cholesterinspiegel positiv. Mit einem erhöhten Cholesterinspiegel stehen vor allem Verkalkungen in den Arterien (Arteriosklerose) in Verbindung, die zu Herz-Kreislauferkrankungen, wie einem erhöhten Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko, führen können. Wer trotz einer gesunden, abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung an einem zu hohen Cholesterinspiegel leidet, kann von der Einnahme profitieren.

Ebenso ziehen Menschen mit Verdauungsproblemen aus Maca ihren Nutzen. Aufgrund seines hohen Ballaststoffanteils bringt Maca den Darm natürlich und schonend in Schwung – und verbessert gemeinsam mit der Darmgesundheit so auch das Immunsystem und die Aufnahme von Nährstoffen.

Nicht zuletzt der hohe Eiweißanteil macht Maca nicht nur für ernährungsbewusste Mischköstler, sondern auch für Veganer und Vegetarier interessant. Über die wertvollen essenziellen Aminosäuren, die in Maca enthalten sind, haben wir eingangs bereits berichtet.

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5.2 Nebenwirkungen von Maca

Wir haben uns in den vorangegangenen Abschnitten vor allem mit der Macawirkung auseinandergesetzt. Diese ist durch die genannten Studien scheinbar bestätigt. Dennoch wird zunehmend Kritik an diesen Studien laut. Auch wirft diese die Frage nach den Nebenwirkungen von Maca auf. Das Bild, das beim Thema zu diesem Superfood gezeichnet wird, scheint an mancher Stelle noch stark von Mythen gezeichnet. Die bisher durchgeführten Studien umfassen nur eine vergleichsweise geringe Gruppe, die oft auch noch sehr heterogen ist. Gerade bei heterogenen Gruppen, also bei Gruppen, dessen Teilnehmer sich in mehreren Punkten stark voneinander unterscheiden, besteht die Gefahr eines verfälschten Ergebnisses. Auch die Methodik, die bei den Studien zur Ermittlung von Ergebnissen angewandt wurde, wird von anderen Wissenschaftlern oft kritisiert und als mangelhaft befunden.

Aufgrund der hohen Nachfrage vor allem nach den Nebenwirkungen von Maca beschäftigte sich jüngst das Bundesinstitut für Risikobewertung des Superfoods. Ziel der Studie war es hier vor allem, ein potenzielles Risiko bei der Einnahme zu ermitteln. Sämtliche andere Erkenntnisse aus der Studie waren eher nebensächlich, sollen dennoch nicht unerwähnt bleiben.

Da die Nebenwirkungen zunächst nicht einschätzbar sind und ausschließlich der lange Gebrauch der Heilpflanze bei den Inkas für seine Unschädlichkeit spricht, setzte das Bundesinstitut für Risikobewertung ausschließlich auf Tierstudien. Maca wurde hier an Ratten und Mäusen getestet. Ferner wurden die ermittelten Ergebnisse mit denen anderer Studien zu diesem Thema und zu Maca generell verglichen.

Die Studie konnte bei den Mäusen – im Gegensatz zu Zheng BL, He K, Kim CH, et al. – keine Steigerung der sexuellen Lust feststellen. Zheng und Kollegen hatten in einer, in der Fachzeitschrift Urology im Jahr 2000 veröffentlichten Studie herausgefunden, dass Mäuse, die über mehrere Tage mit einer bestimmten Menge gefüttert wurden, um ein vielfaches mehr befähigt waren, Orgasmen zu erleben. Zum Vergleich: Eine Maus ohne Maca war in der Lage, in drei Stunden 16 Orgasmen zu bekommen. Bei Mäusen, denen Maca gegeben wurde, erhöhte sich diese Anzahl auf bis zu 67 Orgasmen in drei Stunden. Ein Ergebnis, welches das Bundesinstitut für Risikobewertung nicht bestätigen konnte. Sie maßen kaum verändertes Sexualverhalten bei den Tieren. Wohl aber konnten sie, im Gegensatz zu allen anderen hier genannten Studien, einen veränderten Hormonwert bei den Tieren feststellen. Vor allem der Testosteronwert sei hier erhöht gewesen, so das Institut. Auch eine Verkleinerung der Prostata wurde bei Mäusen, die mit hohen Dosen Maca gefüttert wurden, beobachtet.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung stufte das gesundheitliche Risiko von Maca anschließend als unklar ein. Die vorliegenden Studien reichten weder aus, um eine klare Empfehlung für Maca auszusprechen, noch um eine empfehlenswerte Dosis zu nennen. Ferner wurde die positive Wirkung, die Maca in anderen Studien nachgesagt wurde, angezweifelt.

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6. Maca Pulver oder Kapseln kaufen

Leider findet sich die Macawurzel bei uns noch nicht auf dem Gemüsemarkt. Als Nahrungsergänzungsmittel wird die Knolle jedoch in Pulverform und Kapseln hierzulande angeboten. Für die Kapseln spricht dabei die einfache, passgenaue Dosierung. Das Pulver hingegen lässt sich vielfältiger verwenden und auch in herkömmlichen Rezepten nutzen – zum Beispiel auch als Mehlersatz, wie die Inkas die Knolle verarbeiteten. Zu beachten ist dabei jedoch, dass Nebenwirkungen in Deutschland derzeit weder be- noch widerlegt sind. Vom Nutzer ist damit ein wenig Bauchgefühl gefragt, ob ihm die jahrtausendlange Verwendung von Maca bei den Inkas als Beweis für dessen Unschädlichkeit genügt. Wer den Geschmack nicht mag, sollte einfach zu den Kapseln greifen.

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7. Fazit

Noch konnte die Macawurzel nicht alle Zweifel an sich ausräumen oder jeden Kritiker von sich überzeugen. Wieder andere schwören jedoch auf dessen Wirkung. Solange nicht abschließend belegt werden kann, was die Macawurzel nun kann und was nicht, bleibt deren Genuss im wahrsten Sinne des Wortes eine Geschmacksfrage. Denn so umstritten sie als Heilpflanze bei manchem noch sein mag, so sicher belegt ist doch ihr wertvoller Nährstoffgehalt. Dieser bereichert den Speiseplan auf jeden Fall – und heilsame „Nebenwirkungen“, wie die Verbesserung der Stimmung und die aphrodisierende Wirkung, werden sicherlich, im Fall der Fälle, gerne angenommen.

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Quellen:

Zhang WW, Feng Z, Narod SA. Multiple therapeutic and preventive effects of 3,3′-diindolylmethane on cancers including prostate cancer and high grade prostatic intraepithelial neoplasia. Journal of biomedical research. 2014

Zenico T, Cicero AF, Valmorri L, Mercuriali M, Bercovich E. Subjective effects of Lepidium meyenii (Maca) extract on well-being and sexual performances in patients with mild erectile dysfunction: a randomised, double-blind clinical trial. Andrologia. 2009

Gonzales GF, Gonzales-Castaneda C, Gasco M. A mixture of extracts from Peruvian plants (black maca and yacon) improves sperm count and reduced glycemia in mice with streptozotocin-induced diabetes. Toxicology mechanisms and methods 2013

 

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