Phenylalanin – Wirkung und Vorkommen

Phenylalanin ist eine von acht essentiellen Aminosäuren und somit unabdingbar für das reibungslose Funktionieren unseres Körpers: die Entstehung von Muskulatur, Hormonen und wichtigen Botenstoffen ist eng an ein ausreichendes Vorhandensein dieser Aminosäure gekoppelt.  Da unser Körper sie nicht selbst synthetisieren kann, müssen wir die Zufuhr von Phenylalanin selbst in die Hand nehmen – eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist der Schlüssel! Und hier kommen wir ins Spiel, denn in diesem Beitrag listen wir genau die Lebensmittel auf, die euch mit ausreichend Phenylalanin versorgen. Außerdem erfahrt ihr, was die Aminosäure mit einer Stoffwechselkrankheit und dem Süßungsmittel Aspartam zu tun hat.

 

Was ist Phenylalanin?

Was genau versteckt sich eigentlich hinter der essentiellen Aminosäure mit der nur schwer auszusprechenden Bezeichnung? Phenylalanin ist eine von acht essentiellen Aminosäuren, die unser Körper braucht, um bestimmte Prozesse und Körperfunktionen – wie beispielsweise ein ausgeglichener Hormonhaushalt – aufrechterhalten zu können.

Schaut man sich Phenylalanin im chemischen Kontext an, wird dieses als eine chirale, aromatische Aminosäure bezeichnet, die sich strukturell vom Alanin (nicht-essentielle Aminosäure) ableitet und zudem stark hydrophob ist. “Hydrophob” kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie “Furcht vor dem Wasser”, sprich, Phenylalanin ist wasserabweisend und lässt sämtliche Wassermoleküle von seiner Oberfläche abperlen. Außerdem ist wichtig zu wissen, dass aromatisch nicht von dem Begriff “Aroma” abstammt, sondern lediglich eine Umschreibung der besonderen Bindungsstruktur meint.

 

Die Wirkung von Phenylalanin

Wer sich bereits mit unseren anderen Artikeln zum Thema Aminosäuren befasst hat, wird feststellen, dass alle essentiellen Aminosäuren zu gleichem Maße unverzichtbar für den menschlichen Organismus und zudem in irgendeiner Form alle miteinander verknüpft sind. Während bspw. Methionin zur Bildung von Adrenalin und Melatonin beiträgt, benötigt der Körper die Aminosäure Phenylalanin, um Hormone wie z.B. die Schilddrüsenhormone herzustellen.

Außerdem ist Phenylalanin an der Synthese von Tyrosin beteiligt, eine nicht-essentielle Säure, die den Grundbaustein aller Proteine darstellt. Als Vorstufe der Aminosäure Tyrosin ist Phenylalanin also unmittelbar an der Synthese diverser Katecholamine und Neurotransmitter beteiligt:

  • Phenylalanin → Tyrosin → L-Dopa → Dopamin → Noradrenalin → Adrenalin
  • Phenylalanin → Tyrosin → Melanin
  • Phenylalanin → Tyrosin → L-Thyroxin

 

Diese kleine Übersicht soll verdeutlichen, dass ein Mangel einer essentiellen Aminosäure immer bedeutet, dass auch andere Stoffe im Körper nicht gebildet werden können. So würde ein Mangel an Phenylalanin ein Defizit an Adrenalin bedeuten, was eine Stoffwechselstörung zur Folge hätte. Auch Melanin, unser eigener Lichtschutzfaktor für die Haut, könnte nicht mehr ausreichend synthetisiert werden und das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, würde sich somit deutlich erhöhen.

Neben der Relevanz für uns selbst ist Phenylalanin auch für die Diätindustrie von Bedeutung. Aus der Aminosäure wird nämlich der synthetisch produzierte Süßstoff Aspartam hergestellt, der in allerlei Diätprodukten, aber auch in zuckerfreien Kaugummis, zum Einsatz kommt. Konsumieren wir mit Aspartam versetzte Produkte, spaltet unser Körper den Süßstoff auf in ca. 50 % Phenylalanin, 40 % Asparaginsäure und 10 % Methanol.

 

Phenylalanin-Mangel – Welche Auswirkungen hat das Defizit?

Ein Mangel der essentiellen Aminosäure hat nicht nur zur Folge, dass Hormone wie Adrenalin oder Melanin nicht mehr gebildet werden können. Eine der bekanntesten Krankheiten im Zusammenhang mit Phenylalanin ist die Stoffwechselkrankheit Phenylketonurie.

Bei dieser Erkrankung kann, durch einen genetisch bedingten Enzymmangel, die Aminosäure nicht abgebaut werden – folglich staut sie sich im Körper. Neben neurologischen Folgeschäden können Tyrosin und Co nicht mehr synthetisiert werden, weswegen die Aminosäure über andere Wege, bspw. in Form von Supplements, zugeführt werden muss. Lebensmittel, die Phenylalanin enthalten, sind bei einer Phenylketonurie komplett zu meiden.

 

Welche Lebensmittel beinhalten Phenylalanin?

Damit diverse Stoffwechselvorgänge funktionieren, muss mithilfe einer gesunden, ausgewogenen Ernährung dafür gesorgt werden, dass ausreichend Phenylalanin über Lebensmittel aufgenommen wird. Laut WHO beträgt der Bedarf an Phenylalanin bei einem gesunden Menschen:

  • 25 mg je kg Körpergewicht pro Tag
  • 1,5 g bei 70 kg Körpergewicht pro Tag

 

An dieser Stelle wollen wir euch darauf hinweisen, dass sich diese empfohlenen Richtwerte auf Menschen beziehen, die einen normalen Bedarf an Phenylalanin vorweisen. Wenn ihr übermäßig gestresst seid, körperliche oder psychische Probleme habt, dann steigt der Bedarf und ihr solltet darauf achten, den erhöhten Bedarf decken zu können. Folgende Lebensmittel eignen sich, um die Phenylalanin-Speicher wieder aufzufüllen (Angaben immer bezogen auf 100g Lebensmittel):

  • Schweineleber 1130 mg
  • Kaviar 1060 mg
  • Thunfisch 1040 mg
  • Rinderfilet 1000 mg
  • Schweinefleisch 980 mg
  • Forelle 930 mg
  • Sardinen 910 mg

 

Phenylalanin für Veganer und Vegetarier

Für die Veganer und Vegetarier unter euch gibt es natürlich ebenfalls vielfältige Möglichkeiten, um sich mit ausreichend Phenylalanin zu versorgen. Alle Angaben beziehen sich auch hier auf 100g Lebensmittel:

  • Sojabohnen 1970 mg
  • Linsen 1400 mg
  • Limabohnen 1350 mg
  • Erdnüsse 1540 mg
  • Mandeln 1160 mg
  • Cashewnüsse 900 mg
  • Haferflocken 780 mg

 

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