Acai – die Superbeere aus dem Amazonasgebiet

Acai – die Superbeere aus dem Amazonasgebiet von 1 Kommentar

Acai soll die Hautalterung stoppen, überflüssige Kilos verschwinden lassen und einen jederzeit frisch, gesund und energiegeladen aussehen lassen. Der Acai Beere werden wahre Superkräfte nachgesagt. Seit einer Weile findet man sie immer häufiger auch auf deutschen Tellern. Aber: Hält Acai, was die Werbung verspricht?

Ganz unscheinbar sieht sie aus – und so gar nicht nach Superkraft. Die Acai Beere ist klein, rund und dunkel – gereift fast schwarz – und gilt in Brasilien als ganz normales Nahrungsmittel. Dort kommt sie auch her: aus Südamerika. Sie wächst an einer Palme namens Euterpe oleracea – im Deutschen auch Kohlpalme genannt –, die von Panama bis Brasilien an der Küste und im Regenwald am Amazonas zu finden ist.

Die Acai Beeren sind nicht das Einzige, was sich von dieser Palme ernten lässt. Auch die Palmherzen sind essbar, und aus den Blättern und dem Holz entstehen Gebrauchsgegenstände und Baustoff.

Der portugiesische Name der Acai Beere lautet übrigens açaí, man sagt also nicht a-kai, sondern ass-a-i.

 

Vom Amazonas in unsere Küche

Wenn die Acai Beeren bei uns in den Lebensmittelgeschäften liegen, haben sie eine weite Reise hinter sich – weshalb sie es nicht als ganze Frucht dorthin schaffen. Das warme, feuchte Klima im Verbreitungsgebiet der Kohlpalme lässt die Beerchen schnell verderben, den langen Transport nach Europa würden sie nicht überstehen. Bei uns bekommt man sie deshalb getrocknet, als Pulver oder Fruchtbrei, manchmal auch als Saft. Essbar ist übrigens nur wenig von der Amazonas Beere, den größten Teil macht der Kern aus. Der Geschmack wird als nussig bis schokoladig mit einer säuerlichen Note beschrieben.

Das steckt drin

Die Acai Beeren haben einige wertvolle Stoffe an Bord, die unserem Körper gut tun. Dazu gehören verschiedene Mineralien und Vitamine:

  • Kalzium, Kalium, Phosphor, Magnesium, Zink und Kupfer
  • die Vitamine A, B1, B2, B3, C, E
  • pflanzliche Aminosäuren, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe
  • essenzielle Fettsäuren

Die Beere hat außerdem einen niedrigen glykämischen Index, lässt den Blutzucker also nur langsam ansteigen. Eine ziemlich gute Bilanz für eine so kleine Frucht. Aber wieso gilt Acai als Superfood?

 

Mit Pflanzenpower gegen freie Radikale

Für den Siegeszug der Acai Beere und ihren Ruf als Superfood ist ihr hoher Gehalt an Antioxidantien verantwortlich. Diese chemischen Verbindungen sollen unsere Körperzellen vor freien Radikalen schützen, die unter anderem den Alterungsprozess fördern. Sind wir gestresst, jagt ein Heer freier Radikale durch unseren Körper, für dessen Abwehr die Antioxidantien aktiviert werden – die wir durch unsere Nahrung aufnehmen sollten.

Wie gut eine Obst- oder Gemüsesorte diesen Job erledigt, gibt der sogenannte ORAC-Wert an. Die Abkürzung steht für Oxygen Radical Absorbance Capacity, und je höher der ORAC-Wert eines Lebensmittels, desto effektiver geht es den freien Radikalen an den Kragen.

 

Das Geschäft mit der Acai Beere

Weil es die Beeren auf einen recht hohen ORAC-Wert bringen, werden sie vielen Lebensmitteln zugesetzt, die dann entsprechend beworben werden. In den Geschäften und Onlineshops gibt es Joghurts, Drinks, Müslimischungen, Schokolade und natürlich auch die beliebten (grünen) Smoothies mit Acai als Superzutat.

Man kann sich darauf verlassen: Stecken die kleinen Beeren irgendwo drin, steht das immer groß drauf, denn die Acai Beere ist ein Werbeversprechen, an dem die Verkäufer sehr gut verdienen. Dabei geht es um mehr als gesunde Ernährung: Die Acai Beere soll nicht nur freie Radikale in Schach und uns auf diese Weise jung halten, sondern auch beim Abnehmen helfen – und dieses Versprechen hat natürlich seinen Preis, denn mit dem Superfood lassen sich Superumsätze machen.

Dabei sollte man wissen: Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung der Acai Beere als Schlankheitsmittel nicht. Die Pulver und Tabletten aus gemahlenen Acai Beeren, die man als Schlankheitskur kaufen kann, zehren also eher am Geldbeutel als den ungeliebten Pölsterchen.

Ebenfalls gut zu wissen: Der ORAC-Wert wird natürlich im Labor ermittelt. Da unser Körper kein Reagenzglas ist und die Antioxidantien in der Acai Beere und anderen Früchten dort anders wirken, sollte man nicht allzu viel auf diese Zahl geben.

 

Die heimischen Kollegen der Acai Beere

Auch wenn die Beeren gut schmecken: Wer auf eine antioxidantienreiche Ernährung setzen möchte, muss keineswegs kiloweise Acai-Pulver zu Hause horten. Auch einige unserer heimischen Obst- und Gemüsesorten punkten mit einem hohen Gehalt an Radikalfängern. Dazu gehören zum Beispiel der Rotkohl, die rote Traube und die schwarze Johannisbeere, außerdem die Heidelbeere und der Holunder. Es muss nicht mal immer Obst und Gemüse sein: Auch Walnüsse, dunkle Schokolade und Zimt sind reich an Antioxidantien.

Wer seinen Teller gesund, bunt und abwechslungsreich bestücken möchte, hat hier also reichlich Auswahl, und es gibt zahlreiche Rezepte mit Acai und heimischen Früchten.

 

Gesunde Leckereien mit Acai

Als exotische Bereicherung des Speiseplans sind die dunklen Früchte gerne gesehen. Sie bringen Abwechslung und einen neuen Geschmack ins Frühstücksmüsli und passen natürlich auch gut in den Smoothie. Eine Mischung aus beidem bietet die Acai Bowl, das ist ein dickflüssiger Fruchtsmoothie, garniert mit leckeren Toppings. Der Geschmack der Acai Beere harmoniert zum Beispiel gut mit Orangen und Bananen oder, etwas ausgefallener, mit Pfirsichen.

Auch in Desserts machen sich die Acai Beeren gut. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Joghurtcreme mit Acai, Honig und roten Früchten? Die vegane Variante schmeckt mit Sojajoghurt und Ahornsirup. Besonders edel sieht das dunkle Fruchtmark auf heller Mousse au Chocolat aus. Im Sommer genießt man die Beeren am besten als Eis oder als besondere Zutat im erfrischenden Fruchtcocktail.

Bei allen Zubereitungen sollte man auf den Saft oder das Püree setzen: So können die wertvollen Inhaltsstoffe in ihrer natürlichen Zusammensetzung am besten wirken. Worauf beim Kauf von Acai Beeren Produkte zu achten ist, damit beschäftigt sich dieser Artikel.

 

Superfood oder nicht?

Die unscheinbaren kleinen Acai Beeren haben es dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe definitiv in sich und dürfen als leckere Abwechslung gerne mal auf unsere Teller. Den verlockenden Versprechen vom Jungbrunnen oder purzelnden Kilos sollte man aber nicht glauben: Ein Allerheilmittel ist Acai nicht. Sie kann aber durchaus als Superfood gelten – wenn man dabei an gesunde Früchte denkt, die uns guttun, ohne uns gleich zu Superhelden zu machen.

 

 

 

1 Kommentar

  1. Ayna
    #1 Ayna 11 Januar, 2017, 19:26

    Super Artikel, natürliche Lebensmittel können echt wunder bewirken wenn man es Langfristig zu sich nimmt und keine Fertig Produkte isst.

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