Xylit – eine Zuckeralternative mit aussergewöhnlichen Eigenschaften

Xylit – eine Zuckeralternative mit aussergewöhnlichen Eigenschaften von 18. Juli 2016 7 Kommentare

Xylit oder auch Birkenzucker ist der neue Zuckerersatz. Dieser ist nicht nur weniger ungesund, sondern hat in einigen Bereichen sogar gesundheitsfördernde Eigenschaften. Xylit hat nicht nur weniger Kalorien, als normaler Zucker, sondern ist auch gut für die Zähne, was den Birkenzucker vom normalen Zucker deutlich unterscheidet. Er ist gerade in aller Munde und wird als die Zuckeralternative schlechthin gehandelt.

Grund genug für uns, Xylit einen eigenen Beitrag zu widmen und die Wirkungsweise etwas genauer zu erklären. Aber zunächst die Frage: Was ist Xylit überhaupt?

 

Xylit? Was ist das eigentlich?

Xylit (auch Xylitol) gehört chemisch zu den Pentanpentolen und ist damit, ebenso wie Lactit, Sorbit oder Erythrit, ein Zuckeralkohol. In der Lebensmittelindustrie ist er als Zuckeraustauschstoff bekannt und dann auf der Zutatenliste auch unter E967 zu finden.
Natürlicher Zuckeralkohol wird in geringen Mengen vom Körper selbst produziert. Außerdem befindet er sich in einigen Obst- und Gemüsesorten (z.B. Blumenkohl, Pflaumen, Erdbeeren, Himbeeren) und vor allem in der Rinde einiger Baumarten wie Buche oder Birke, woher auch der Name „Birkenzucker“ abgeleitet ist. Für die Lebensmittelindustrie wird er vor allem aus den Resten von Maiskolben gewonnen. Da der Anteil an Xylit in der Trockenmasse der Quellen relativ gering und das Verfahren zur Gewinnung recht aufwendig ist, ist es entsprechend teuer. Auch wenn er aus natürlichen Ressourcen gewonnen wird, ist die Herstellung rein industriell möglich, weshalb er sicher nicht unbedingt als „clean“ eingestuft werden kann. Dennoch kann der Kauf von Xylit eine gute Investition sein, denn er hat gegenüber herkömmlichem Zucker einige Vorteile.

 

Ist Xylit gesund?

Xylit hat bei etwa der gleichen Süßkraft nur die Hälfte an Kalorien verglichen mit normalem Industriezucker. Somit eignet es sich hervorragend für eine kalorienreduzierte Ernährung. Hinzu kommt, dass es den Insulinspiegel viel weniger stark ansteigen lässt. Damit ist es für Diabetiker geeignet. Aber auch für Menschen, die kein Diabetes haben, ist diese Eigenschaft interessant. Zum einen kann ein ständig stark schwankender Blutzuckerspiegel – wie er durch zu viel Zucker und einfache Kohlehydrate entsteht – auf Dauer Diabetes verursachen. Somit sind Speisen und Getränke, die damit gesüßt sind wesentlich unbedenklicher. Aber auch Heißhungerattacken, die durch einen schwankenden Blutzuckerspiegel verursacht werden, sind mit Birkenzucker nicht zu erwarten.

Eine weitere sehr positive Eigenschaft ist seine Wirkung auf die Zähne. Die Karies reduzierenden Eigenschaften von Xylitol sind bereits seit den 1970er Jahren bekannt. Dies konnte in zwei unterschiedlichen Studien in der Universität Turku in Finnland nachgewiesen werden. Dabei wurde eine Kariesreduktion von 85 Prozent bei der Gruppe festgestellt, die täglich Xylit verwendeten. Diese Wirksamkeit hat verschiedene Ursachen: Zum einen verhindert Xylit die Säureproduktion durch andere Nahrungsmittel, welche normalerweise zu Karies führt. Außerdem verhindert Birkenzucker die Verstoffwechslung kariesbildender Bakterien beziehungsweise verhindert, dass sich Plaquebakterien an der Zahnoberfläche anheften. Ein weiterer positiver Effekt auf die Zahngesundheit ist, die Anregung der Speichelproduktion. Dadurch wird die Produktion von Komplexen aus Calcium und Speicheleiweiß befördert, welche die Zahnmineralisierung unterstützen und so den Zahnschmelz stärkt.

Um von diesen Effekten profitieren zu können, sollte Xylit täglich verwendet werden. Es eignet sich, wie jeder andere Zucker, hervorragend zum Süßen von Speisen und Getränken. Lediglich zur Karamellisierung ist es ungeeignet, da der Siedepunkt bei über 200 Grad liegt. Wie es hervorragend in die tägliche Zahnhygiene eingebunden werden kann, erfahrt Ihr hier.

In einigen Studien konnte inzwischen auch eine vorbeugende Wirkung von Birkenzucker bei chronischer Mittelohrentzündung nachgewiesen werden. Um diese Wirkung zu erzielen, ist jedoch eine relativ hohe Xyliteinnahme erforderlich.

 

Muss bei der Verwendung etwas beachtet werden?

Bei so vielen positiven Eigenschaften muss es doch auch Nebenwirkungen geben, oder?
Generell ist Xylit sehr gut bekömmlich und, wie bereits erklärt, auch für Diabetiker geeignet. Die Behauptung, es könne Krebs verursachen, konnte bisher in keiner einzigen Studie nachgewiesen werden.
Vor allem Erstanwender sollten jedoch zunächst bei der Menge etwas vorsichtig sein. Größere Mengen (mehr als 0,5 Gramm pro Körpergewicht) können abführende Wirkung haben. Jedoch lernt der Körper nach einer Weile diese zu absorbieren, weshalb Xylit nach 3-4 Wochen immer weniger abführend wirkt, wenn größere Mengen eingenommen werden.

Da dies die einzige Nebenwirkung ist, kann Xylit ohne Bedenken verwendet werden, wobei natürlich immer die Dosis das Gift macht und auch hier nicht übertrieben werden sollte. Vorsicht ist aber geboten, wenn es um Haustiere geht. Einige Tiere, wie Hunde oder Kaninchen, vertragen Xylit nicht. Der Konsum führt zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels und wirkt bei diesen Lebewesen toxisch. Dafür können bereits kleine Mengen reichen, weshalb Süßigkeiten, welche den Zuckeraustauschstoff enthalten immer vor Haustüren geschützt aufbewahrt werden sollte (dies gilt in größeren Mengen übrigens auch für Kakao).

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