Mehlsorten – welche gibt es und was hat es mit dem Mehl Typ auf sich?

Mehlsorten – welche gibt es und was hat es mit dem Mehl Typ auf sich? von 2 Kommentare

Gesundes Vollkornbrot, Kuchen oder ballaststoffreiches Roggenbrötchen – Mehl steckt in vielen Köstlichkeiten und gesunden Leckerbissen. Obwohl häufig verwendet, stehen wir bei dem Einkauf oft vor denselben Rätseln: Welches Mehl ist für meine Zwecke geeignet? Und was bedeutet die Zahl auf der Verpackung? Für Menschen mit Glutenunverträglichkeit kommt zudem noch die Frage nach dem glutenfreien Mehl dazu. Um euch den nächsten Einkauf zu erleichtern, haben wir eine Übersicht der Mehlsorten zusammengestellt und lüften das Geheimnis um die Bedeutung der Mehl-Typen.

 

Mehl Typ – das Geheimnis um die Zahl

Die Auswahl an Mehlen ist riesig. Haben wir also nach langem Suchen im Supermarkt die passende Mehlsorte gefunden, stehen wir nun vor der Qual der Wahl – 405, 812 oder doch 1150? Viele wissen mit der Zahl nichts anzufangen und greifen deshalb häufig zu der falschen Variante. Bevor wir euch also die bekanntesten Mehlsorten vorstellen, wollen wir zunächst das Geheimnis um die Zahl lüften.

Bei der Zahl handelt es sich um die sogenannte Mehl Typenbezeichnung. Diese gibt an, wie hoch der Gehalt an Mineralstoffen ist, der in dem entsprechenden Mehl enthalten ist. Die Rechnung ist dabei simpel: Kauft ihr ein Weizenmehl Type 1700, enthält dieses 1700 mg Mineralstoffe auf 100 g Mehl. Entscheidet ihr euch hingegen für den Type 405, so enthält das von euch gewählte Mehl auf 100 g lediglich 405 mg Mineralstoffe. Die Zahl auf der Packung gibt also an, wie viel mg Mineralstoffe in 100 g Mehl enthalten sind. Wie hoch der Mineralstoffgehalt ist, hängt von der Produktionsweise ab. Bei jeder Getreidesorte befinden sich Mineralstoffe sowie Vitamine und Ballaststoffe im äußeren Teil des Korns, der Schale. Werden bei der Produktion viele Bestandteile der äußeren Schale mitverarbeitet, so steigt der Mineralstoffgehalt – und die Typenzahl. Oft wird davon ausgegangen, dass nur Mehle wie Roggen oder Dinkel einen hohen Mineralstoffgehalt vorweisen können. Dies ist jedoch ein Irrglaube, denn jedes Mehl, das unabhängig von der Getreideart aus ganzem Korn gemahlen wird, kann als Vollkornmehl bezeichnet werden und ist dementsprechend mit hohem Mineralstoffgehalt ausgestattet.

 

Mehlsorten und Alternativen

 

Weizenmehl

Der Konsum von Weizenmehl wird häufig kritisiert. Wir sind jedoch der Meinung: Die Menge macht es und deswegen wollen wir euch dieses Mehl nicht vorenthalten. Weizenmehl gibt es mit den Typenbezeichnungen 405, 550, 812, 1050 sowie 1600 zu kaufen.

Weizenmehl Type 405 ist wohl der Klassiker unter den Haushalts- und Kuchenmehlen. Schon eure Großmutter hat mit diesem Mehl saftige Topfkuchen gezaubert. Da bei diesem Produkt lediglich der Mehlkörper verarbeitet wird, ist der Mineralstoffgehalt niedrig und das Mehl hell und von sehr feiner Konsistenz. Der Glutengehalt ist sehr hoch, was für euer Backvorhaben bedeutet: Durch die große Menge an Klebeeiweiß könnt ihr die verschiedensten Backwaren herstellen. Auch Saucen lassen sich mit dem hellen Mehl hervorragend andicken.

Weizenmehl Type 550 ist weniger stark verarbeitet und verfügt über einen etwas höheren Mineralstoffgehalt. Wenn ihr euch entscheidet, dieses Mehl zum Backen zu verwenden, werden die Resultate etwas dunkler als mit dem Type 405. Trotz des höheren Mineralstoffgehalts eignet sich aber auch dieses Mehl super für Kuchen und Co. Hinweis: Dieses Mehl nimmt Flüssigkeiten wie Milch oder Wasser deutlich langsamer auf, was den Vorteil hat, dass der Teil während des Backvorgangs stabiler bleibt.

Weizenmehl Type 812 enthält 812 mg Mineralstoffe auf 100 g Weizenmehl. Dieses Mehl ist somit deutlich reichhaltiger an Mineralien und Vitaminen. Da bei der Produktion mehr Kleie verarbeitet wird, ist dieses Mehl gröber und eignet sich nicht für jede Art von Backwaren. Zudem ist weniger Gluten enthalten, was zusätzlich die Bindefähigkeit beeinflusst. Während sich mit diesem Mehl herzhafte Weißbrote backen lassen, solltet ihr für Plätzchen und Kuchen eher zu feinporigerem Mehl greifen. Wer sich noch mehr Mineralstoffe in seinem Brot wünscht, sollte zu den Weizenmehlen Type 1050 und 1600 greifen.

 

Dinkelmehl

Dinkel gilt als die Ur-Form des Getreides. Er ist im Vergleich zu Weizen und Roggen nicht überzüchtet und ist somit besonders bei Allergikern beliebt. Gleichzeitig weist Dinkelmehl eine vergleichsweise große Menge an Nähr- und Ballaststoffen auf. Die vielen Ballaststoffe sorgen nicht nur für ein langes Sättigungsgefühl, sondern versorgen unseren Körper auch länger mit Energie. Dies ist den im Mehl enthaltenen Kohlenhydrateketten geschuldet, die bewirken, dass mit Dinkelmehl versehene Produkte langsamer vom Magen absorbiert werden. Ein schnelles Ansteigen des Blutzuckerspiegels wird euch somit erspart. Aber Achtung: Menschen, die an Glutenunverträglichkeit leiden, sollten Dinkel meiden, da dieser noch mehr Klebeeiweiß enthält als Weizen.

Dinkelmehl Type 630 ist ein helles Mehl und kann verarbeitet werden wie Weizenmehl Type 405. Somit lassen sich auch mit Dinkelmehl feine Plätzchen und Kuchen herstellen. Der Nährstoffgehalt ist hierbei jedoch höher als der des Weizenmehls. Zudem solltet ihr beachten, dass der gesundheitliche Nutzen von Dinkelprodukten größer ist, da Dinkel über eine größere Vielfalt an Enzymen, Vitaminen und Spurenelementen verfügt.
Dinkelmehl Type 812 und 1050 sind die deutlich dunkleren Varianten. Sie eignen sich weniger zum Kuchenbacken – stattdessen gelingen herzhafte Brote und Pizzaböden mit diesen Mehltypen hervorragend. Abschließend kann gesagt werden, dass Dinkelmehl in den meisten Fällen ähnlich wie Weizenmehl verarbeitet werden kann und somit als gesunde Alternative dient.

 

Roggenmehl

Wenn es um den Gehalt an Ballast- und Mineralstoffen geht, steht Roggenmehl an oberster Stelle. Es verfügt über deutlich mehr Nährstoffe als Dinkel und Weizen, zudem weist Roggen einen hohen Anteil an sekundären Pflanzenstoffen vor. Diese Substanzen verleihen dem Getreide seine Farbe und den herben Geschmack – und wirken gesundheitsfördernd. Ein Tipp für diejenigen unter euch, die gerne Naturkosmetik nutzen: Roggenmehlshampoo eignet sich super als Alternative zu herkömmlichen Shampoos.

Roggenmehl Type 815 ist das Roggenmehl mit dem niedrigsten Mineralstoffgehalt und im Vergleich zu den anderen Typen relativ hell. Besonders bei Bäckereien ist dieser Mehltyp sehr beliebt, da das Mehl dem Brot einen herzhaften, kräftigen Geschmack verleiht und gleichzeitig beim Backen eine helle Kruste bildet. Oft finden wir dieses Mehl in Form von Roggenmischbroten wieder.

Roggenmehl Type 997 und 1150 sind noch kräftiger im Geschmack und natürlich dunkler als der Type 815. Sowohl Type 997 als auch 1150 eignen sich besonders für kräftige Brotteige. Aber auch Kekse und Kuchen können hiermit gelingen. Beide Typen verfügen über einen niedrigen glykämischen Index, weswegen euer Blutzuckerspiegel bei Verzehr von Roggenprodukten nur sehr langsam ansteigt.

 

Abschließend solltet ihr wissen, dass es zudem jedes der oben genannten Getreidearten auch als Vollkornvariante gibt. So könnt ihr beim Bäcker neben Roggenvollkornbrötchen auch Weizenvollkorn- oder Dinkelvollkornbrote erstehen. Da bei sämtlichen Vollkornprodukten immer das gesamte Getreidekorn vermahlen wird, ist der Nährstoffgehalt bei diesen Produkten am höchsten – abhängig von der Getreideart. Auf eine Typenbezeichnung wird deshalb grundsätzlich verzichtet.

 

Glutenfreies Mehl

Für diejenigen unter euch, die unter Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leiden, gibt es heutzutage eine große Auswahl an glutenfreien Mehlen. Diese können aus Nüssen, Samen oder anderen Körnern hergestellt werden.

Die Bekanntesten sind:

• Amaranth Mehl
• Buchweizenmehl
• Leinsamenmehl
• Maismehl
Kokosmehl
• Mandelmehl
• Haselnussmehl
• Traubenkernmehl
• Walnussmehl
• Sojamehl
• Hanfmehl

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass oftmals verschiedene Mehlsorten für ein und denselben Zweck verwendet werden können. Ihr solltet jedoch beim Kauf immer im Kopf haben, dass Dinkel und Roggen mit deutlich mehr Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen ausgestattet sind und somit als gesündere Alternative bezeichnet werden. Wer an Glutenunverträglichkeit oder Zöliakie leidet, sollte zu den Getreidesorten greifen, die glutenärmer sind. Alternative Mehlsorten wie Kokos- oder Buchweizenmehl kommen komplett ohne das Klebeeiweiß aus – mit ihnen lassen sich aber auch süße Leckereien oder gesunde Brote backen.

2 Kommentare

  1. Lippenstift-und-Butterbrot
    #1 Lippenstift-und-Butterbrot 27 Juli, 2017, 07:09

    Dann bin ich die Erste, die kommentiert. Der Artikel gefällt mir ausgesprochen gut. Das meiste über die Eigenschaften von Mehl wusste ich nicht und kann mich nun beim kauf darauf verlassen und das richtige Mehl für die entsprechende Speise verwenden. Der Schreibstil ist lecht verständlich und liest sich angenehm fließend.
    Ich freue mich schon jetzt auf denn nächsten Artikel.

    Liebe Grüße Sabine

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