Hanföl – Wie gesund ist es und wofür wird es verwendet?

Hanföl – Wie gesund ist es und wofür wird es verwendet? von

Hanföl gehört zu den Speiseölen, die in deutschen Haushalten immer beliebter werden. Die zunehmende Beliebtheit hat das Öl besonders seinen wertvollen Inhaltsstoffen zu verdanken – die optimale Verteilung verschiedener Fettsäuren macht es nämlich zu einem der gesündesten Speiseöle. Doch was hat das Hanföl noch alles zu bieten außer gesunder Fettsäuren? Wie wird das Speiseöl hergestellt und welche Anwendungsbereiche gibt es? Wir haben für Euch recherchiert und beantworten alle relevanten Fragen rund um das Thema Hanföl.

 

Was ist Hanföl?

Hanföl hat was mit Hanf zu tun, bestimmt ist es also auch berauschend – Ja und nein. Wer an dieser Stelle jetzt denkt, man könne sich mit dem Speiseöl in einen sanften Rauschzustand befördern, den müssen wir enttäuschen. Das Öl stammt zwar von einer Pflanze namens Cannabis Sativa, enthält jedoch nicht den berauschenden Wirkstoff THC. Der Grund hierfür liegt in der Herstellung: Das gesunde Speiseöl wird aus den Samen und nicht aus den THC-haltigen Blüten der Pflanze gewonnen. Zudem solltet Ihr wissen, das bei der Herstellung des Öls nur spezieller Hanf verwendet werden darf und die Hersteller sich regelmäßigen und sehr strengen Kontrollen unterziehen müssen. Mithilfe der Kontrollen soll sichergestellt werden, dass die Hersteller sich an die vorgegebenen Regularien halten und auch wirklich nur die zugelassenen Hanfsorten anbauen. Somit soll garantiert werden, dass kein THC in das Speiseöl und somit in den Handel gelangt.

In der Erntezeit werden pro Hektar Cannabis Sativa ungefähr 500-1000 Hanfsamen geerntet und weiterverarbeitet. Mithilfe einer Ölmühle werden die Samen nach der Ernte gepresst und zu dem gesunden Hanföl verarbeitet. Hierbei gilt: Wird das Öl ohne Hitzeeinwirkungen gewonnen, ist es also kaltgepresst, entsteht ein sehr hochwertiges Öl. Der Geschmack dieses Speiseöles zeichnet sich durch eine leicht nussige Note aus und hat meist eine helle bis dunkelgrüne Farbe. Wie wir Euch schon in unserer Ölübersicht erläutert haben, sind die kaltgepressten Öle die mit den meisten Nährstoffen. Werden Öle, unabhängig aus welcher Pflanze sie gewonnen werden, unter dem Einwirken von Hitze produziert, werden oftmals viele Nährstoffe zerstört. Besonders die empfindlichen, gesunden Fettsäuren leider unter dem Einfluss von zu großer Hitze.

 

Hanföl Inhaltsstoffe

Hanföl zählt als eines der gesündesten Speiseöle. Diesen Status hat sich das Öl hart erkämpfen müssen, denn immerhin haben Olivenöl und Co auch Einiges an Nährstoffen zu bieten. Was das Hanföl jedoch so besonders macht, sind nicht nur die vielen gesunden Inhaltsstoffe, sondern besonders seine optimale Zusammensetzung an überlebenswichtigen Fettsäuren. Damit der Mensch von den essenziellen Fettsäuren, die ihm zugeführt werden, optimal profitiert, sollten diese ein Verhältnis von 3:1 aufweisen. Konkret heißt das: Öl sollte nur maximal dreimal so viel Omega-6-Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren enthalten. Nur wenn dieses Verhältnis vorliegt, kann unser Körper die Inhaltsstoffe optimal verwerten. Hanföl verfügt über diese spezielle Zusammensetzung und stellt damit andere Öle wie Kokosöl oder Sonnenblumenöl in den Schatten.

Diese spezielle Zusammensetzung macht mehr als 80% des Hanföls aus. Die ungesättigten Fettsäuren sind in unserem Körper unter Anderem dafür verantwortlich, Sauerstoff in die Zellen zu transportieren oder beim Aufbau der Zellen zu unterstützen. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass das hormonelle Gleichgewicht in unserem Körper aufrecht erhalten bleibt und unser Immunsystem gute Arbeit leistet. Weitere Inhaltsstoffe des Hanföls sind Chlorophyll, Beta-Carotin und sämtliche Vitamine wie Vitamin E, B1 und B1. Zusätzlich enthält das gesunde Speiseöl Spuren von Mineralstoffen wie Phosphor, Kalium, Magnesium, Eisen, Natrium und Zink.

 

Hanföl Anwendungsbereiche

Seit vielen Jahrtausenden profitieren die Menschen von der Vielseitigkeit der Nutzpflanze. Früher diente sie häufig als Material, um Kleider oder Seile herzustellen – oder eben, um Krankheiten zu lindern. Während bis ins frühe 20. Jahrhundert der Hanfanbau noch weltweit gefördert wurde, wurde die Nutzpflanze im Laufe der Zeit mehr und mehr durch die Kunststoffindustrie vertrieben. Glücklicherweise feiert die Hanfpflanze mittlerweile ihr erfolgreiches Comeback als besonders gesundes Speiseöl. Dieses Öl macht sich allerdings nicht nur gut auf frischen Salaten, sondern eignet sich auch für andere Anwendungsbereiche.

 

Hanföl für die Haut

Wusstet Ihr, dass das Verhältnis der essentiellen Fettsäuren im Hanföl fast dem Fettsäuremuster der menschlichen Haut entspricht? Diese biochemische Beschaffenheit ist bisher bei noch keinem anderen Öl zu finden und macht das Hanföl einzigartig. Aufgrund der fast identischen Zusammensetzung eignet sich Hanföl besonders gut zur Hautpflege. Es kann schnell in die Poren einziehen, reinigt und entgiftet und passt sich an jeden Hautton an. Außerdem gelingt es dem Speiseöl, auch die tiefen Hautschichten zu erreichen und mit Pflege zu versorgen. Wer von Euch besonders im Winter mit trockener oder rissiger Haut zu kämpfen hat, kann es also mit Hanföl als Hautpflege probieren. Ein zweiter Pluspunkt sind die im Öl enthaltenen Gamma-Linolensäuren zu nennen, denn diese werden oft bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechten eingesetzt. Abschließend wollen wir Euch noch darauf hinweisen, dass Hanfpflanzen sehr robust sind, weswegen beim Anbau der Nutzpflanze auf Pestizide und Co verzichtet wird. Ihr könnt also sicher sein, dass Ihr Eurer Haut, die umweltbedingt ohnehin einer hohen Belastung ausgesetzt ist, nicht noch zusätzliche Schadstoffe zumutet.

 

Hanföl in der Frauenheilkunde

Besonders bei Frauen, deren Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist oder die sich in den Wechseljahre befinden, eignet sich Hanföl zur Verwendung als alternatives Heilmittel. Durch die tägliche Einnahme des gesunden Öls können Störungen ausgeglichen und unangenehme Symptome der Wechseljahre wie Hitzewallungen gemindert werden. Diejenigen unter Euch, die stark unter PMS leiden, können sich durch die Einnahme von Hanföl dahingehend Linderung verschaffen, als das Beschwerden wie Gereiztheit oder depressiven Verstimmungen beschränkt werden.

 

Hanföl bei Bluthochdruck

Zu hoher Blutdruck gilt in unseren Breitengerade mittlerweile als Volkskrankheit. Besonders durch die Tatsache bedingt, dass viele von uns täglich acht Stunden im Büro sitzen und sich zu wenig bewegen. Gesellt sich zu diesem Umstand noch eine fettreiche Ernährung sowie viel Stress hinzu, steigt das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken. Hanföl kann hier Wunder wirken, denn: Hanföl hat die perfekte Zusammensetzung an Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren. Wie schon in Studien in den 1990er-Jahren nachgewiesen, kann aufgrund dieser Zusammensetzung sich Hanföl positiv auf diese Erkrankung auswirken und den Blutdruck regulieren.

 

Hanföl bei chronischen Entzündungen

Wie Forscher der ETH Zürich und der Universität Bonn herausgefunden haben, kann Hanföl auch Entzündungen hemmen. Zu dieser Erkenntnis kamen die Forscher, als sie das ätherische Öl der Pflanze genauer untersucht haben. Hierbei fanden sie heraus, dass das Öl pharmakologische Aspekte enthält, durch deren Verabreichung Entzündungen behandelt werden können. Gleichermaßen kann das Hanföl präventiv wirken und somit bereits vor Ausbruch einer Entzündung seine Wirkung entfalten.

 

Hanföl Kaufen

Hanföl ist nicht gleich Hanföl. Wie bei anderen Lebensmitteln auch, solltet Ihr deshalb beim Kauf einige Aspekte beachten. Wie immer gilt: Produkte, die mit bekannten Biosiegeln versehen sind, garantieren Euch eine gute Qualität. Darüber hinaus solltet Ihr darauf achten, dass Ihr zu einem Öl greift, das kaltgepresst ist. Nur wenn das Öl ohne Hitzeeinwirkungen hergestellt worden ist, könnt Ihr sicher sein, dass die wertvollen Inhaltsstoffe auch enthalten sind. Da Ihr dieses gesunde Speiseöl vermutlich nicht zum Braten verwenden wollt, müsst Ihr euch hinsichtlich des Erhitzens keine Gedanken machen. Kleine Information am Rande: Hanföl hat einen Rauchpunkt von ca. 120°C und sollte definitiv nicht zum Braten oder anderweitigen Erhitzen genutzt werden. Wir haben uns durch verschiedene Hanföle probiert und sind von diesem Exemplar besonders überzeugt:

 

Zusammenfassend können wir nach unserer Recherche feststellen, dass Hanföl ein super gesundes Speiseöl ist, das sich natürlich in der Küche einsetzen lässt, jedoch besonders für Anwendungen im kosmetischen oder medizinischen Bereich geeignet ist. Da die Bandbreite an Anwendungsmöglichkeiten groß ist, könnt Ihr mit dem Hanföl neben Hautkrankheiten auch hormonelle Störungen oder Entzündungen bekämpfen. Wenn Ihr vorhabt, Hanföl als alternatives Heilmittel zu verwenden, sprecht dies bei Eurem Arzt an und überlegt gemeinsam, wie sich das gesunde Speiseöl in euren Alltag integrieren lässt.

 

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