Hanf vs. Marihuana

Wann wurde Hanf zu Marihuana?

Hanf war nicht immer so in Verruf wie dieser Tage. Im 18. Jahrhundert galt Hanf sogar als Wunderpflanze. Der Nutzhanf war zu dieser Zeit so wertvoll, dass man damit nicht nur seine Steuern zahlen, sondern sich auch vom Kriegsdienst freikaufen konnte. Der Grund: Hanf galt als einer der wertvollsten Rohstoffe und konnte nicht nur zur Gewinnung von Medizin genutzt werden. Aus ihm wurden auch Papiere hergestellt und aus Hanföl wurden Farben und Lacke produziert. Auch für die Produktion von Kleidung sowie Seilen und Tauen wurde Hanf eingesetzt. Der vielfältige Rohstoff spülte Geld in die Kassen. Gegen die zunehmend mächtiger werdenden Waldbesitzer konnte es jedoch wenig ausrichten. Obwohl Hanf einen natürlichen Schutz gegen Schädlinge und Unkraut hat und damit außerordentlich ertragreich und pflegeleicht ist, wurde es zunehmend von der Holzzellulose verdrängt. Heute wird kaum noch Papier aus Hanf hergestellt, wenngleich in der Vergangenheit große Maler wie Vincent van Gogh Hanfpapier schätzten und für ihre Werke nutzten. Auch für die Herstellung von Kleidung und Seilen fanden fortan andere Materialien Verwendung.

Eines vorweg: ja, auch seine berauschende Wirkung war den Befürwortern des Hanfes im 18. Jahrhundert bekannt. Sie wurde aber weniger als Droge genutzt, als zu medizinischen Zwecken. Mithilfe des Hanfs wurden schmerzstillende Säfte hergestellt. Ein Segen in einer Zeit, in der die Medizin im Verhältnis zu heute noch in den Kinderschuhen steckte. Auch jetzt, nach langer Zeit des Schattendaseins und des Kampfes seiner Befürworter, findet Hanf langsam wieder Einzug in die Medizin. Inzwischen weiß man, dass Hanf zum Beispiel das Leiden von Krebspatienten lindern und auch bei Tourette und Parkinson hilfreich sein kann. Was hier medizinisch hilft, ist der gleiche Wirkstoff, der auch für den Rausch verantwortlich ist. Tetrahytrocannabinol, kurz THC. Wie genau THC im Detail wirkt, ist bis dato noch nicht vollständig geklärt. Man weiß aber, dass THC an verschiedene Rezeptoren im Körper eines Säugetiers, also auch des Menschen, anknüpft. Ausgelöst dadurch werden Glücksgefühle, Entspannung, eine Schmerzreduktion, aber auch Gefühle der Euphorie und eine verzerrte Wahrnehmung. Aus medizinischer Sicht ist THC durchaus interessant, hat es doch auch eine hemmende Wirkung auf die Ausbreitung von Krebszellen, auf Spastiken, auf Erbrechen und Ähnlichem.

In den dreißiger Jahren wurde der THC-Gehalt von Hanf jedoch Angriffspunkt für die Medien. Hanf kam unter dem umgangssprachlichen Namen Marihuana oder Haschisch in Verruf, wurde mit steigender Kriminalitätsrate unter Jugendlichen, die angeblich alle Marihuana konsumierten, in Zusammenhang gebracht. Was folgte, war das deutschlandweite Verbot des Anbaus von Hanf generell. Erst 1996 wurde dieses wieder – zumindest für den Nutzhanf, also Hanf ohne oder mit nur geringem THC-Gehalt – wieder aufgehoben.

 

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