Fluor: meistens dreimal täglich

Fluor: meistens dreimal täglich

In elementarer Form hochgiftig und ätzend, als Salz wichtig für unseren Körper: Fluor beziehungsweise Fluorid ist wie Eisen, Jod oder Selen ein Spurenelement. Es befindet sich vor allem in unseren Knochen und Zähnen, aber auch im Blut. Fluor festigt die Knochen und härtet den Zahnschmelz.

In freier Form kommt Fluor in der Natur so gut wie gar nicht vor. Das, was wir zu uns nehmen, sind Salze, sogenannte Fluoride: Fluor in Verbindung mit zum Beispiel Natrium oder Kalzium. Diese Salze heißen entsprechend Natriumfluorid und Kalziumfluorid.

 

Wie viel sollte es sein?

Die empfohlene Tagesmenge von Fluorid liegt laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zwischen 0,25 und 3,8 mg. Säuglinge sollten nur wenig aufnehmen, bei Erwachsene darf es mehr sein (und hier bei Männer etwas mehr als als bei Frauen).

Die Werte für die Tageszufuhr schließen Fluoride aus Lebensmitteln, Trinkwasser, Zahnpflege und gegebenenfalls Ergänzungsmitteln ein. Welche Fluoridquellen infrage kommen, hängt dabei vom Fluorgehalt im Leitungswasser ab, der lokal stark schwankt.

 

Worin ist Fluorid enthalten?

Fluorid kommt in einigen Lebensmitteln vor und wird außerdem verschiedenen Produkten zugesetzt, zum Beispiel Salz, Zahnpasta und Mundwasser. Man spricht hier von einer Fluoridierung. Auf diese Weise nehmen wir mehr oder weniger Fluorid auf, abhängig von unseren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten.

Am bekanntesten ist Fluorid wohl aus der Zahnheilkunde, wo es zur Vorbeugung von Karies eingesetzt wird: Zahlreiche Studien belegen, dass die Fluoride in der lokalen Anwendung die Remineralisierung des Zahnschmelzes unterstützen und das Bakterienwachstum hemmen. Für eine gute Zahnentwicklung empfehlen Zahnärzte deshalb häufig, dass sich Kinder mit einer speziellen Zahnpasta mit hohem Fluoridgehalt die Zähne putzen. Auch die meisten Zahnpasten für Erwachsene enthalten Fluorid.

Fluorid kommt auch in einigen Lebensmitteln vor:

  • Schwarztee
  • Grüntee
  • Fisch sind natürliche Quellen.

Wer gerne Mineralwasser trinkt, kann unter verschiedenen Wässern auswählen. Dabei sollte man wissen: Liegt der Gehalt bei mehr als 1,5 mg pro Liter, muss das Wasser in Deutschland als fluoridhaltig gekennzeichnet werden. Das ist auch wichtig für Eltern, die Mineralwasser für die Zubereitung von Babynahrung verwenden – sie sollten zu einem fluoridarmen Wasser greifen.

Mit Fluorid versetztes Salz enthält übrigens häufig auch Jod. Letzteres kommt ebenfalls kaum in Lebensmitteln vor und muss deshalb auf andere Weise zugeführt werden. Fluoridiertes Jodsalz kann also zur Versorgung mit beiden Spurenelementen beitragen.

 

Es muss nicht jede Quelle sein

Verbindliche Angaben zur Mindestaufnahme von Fluorid gibt es nicht, ein Mangel lässt sich daher nicht exakt definieren. Das ist in diesem Fall allerdings nicht ausschlaggebend, denn eine Überdosierung ist wahrscheinlicher als eine zu geringe Aufnahme.

Folgende Möglichkeiten kommen für die Fluoridversorgung infrage:

  • Zahnpasta mit Fluorid verwenden
  • fluoridhaltiges Mineralwasser trinken/zum Kochen benutzen
  • angereichertes Salz verwenden
  • Lebensmittel mit Fluorid essen
  • Supplemente

Für Kinder wie für Erwachsene gilt: wenig Süßes essen und sorgfältig die Zähne reinigen, damit das Fluorid auch direkt auf dem Zahn wirken kann.

Über Lebensmittel werden normalerweise wenig Fluoride aufgenommen, so dass die Kombination mehrerer Fluoridquellen meist kein Problem ist. In einigen Teilen Deutschlands enthält allerdings auch das Leitungswasser recht viel Fluorid, abhängig vom Mineralgehalt in der betreffenden Gegend. Wer also in einer solchen Gegend wohnt und Leitungswasser mit hohem Fluoridgehalt verwendet, braucht nicht zusätzlich auch noch Fluoridsalz.

Supplemente können – natürlich immer nur nach ärztlicher Verordnung – für Babys und Kleinkinder sinnvoll sein, Erwachsene brauchen sie nicht. Mehrfache Prophylaxe ist nicht nötig und kann sogar schädlich sein.

 

Zu viel Fluorid?

Wie bei allen Stoffen gilt: Die Dosis macht das Gift. Zu viel Fluorid kann zu einer sogenannten Fluorose führen. Diese zeigt sich bei Kindern als Dentalfluorose in weißen bis bräunlichen Flecken auf den Zähnen, die nicht mehr verschwinden – eine optische Beeinträchtigung, die sich vermeiden lässt. Bei Erwachsenen kann eine dauerhafte Überdosierung zu verdickten Knochen führen: Sie verlieren ihre Elastizität und brechen schneller.

Auch eine akute Vergiftung ist möglich, etwa wenn versehentlich stark fluoridhaltiges Zahngel verschluckt wird. Symptome sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Kleinere Kinder sollten solche Zahnpasten daher nicht unbeaufsichtigt verwenden. Bei einem Erwachsenen ist eine akute Fluoridvergiftung sehr unwahrscheinlich, da er extrem große Mengen auf einmal aufnehmen müsste, nämlich 5 mg pro Kilogramm Körpergewicht.

In einigen Ländern, etwa in den USA, wird Fluorid auch dem Leitungswasser beigefügt. Das bedeutet: Die Menschen nehmen dort oft deutlich höhere Dosen auf. Eine Überversorgung ist damit nicht mehr ganz so unwahrscheinlich, wenn weitere stark fluoridhaltige Quellen dazukommen. In Europa wird das Leitungswasser in der Regel nicht (mehr) fluoridiert. Auch Deutschland verzichtet darauf.

Bei uns gilt: Menschen, die sich ausgewogen ernähren, eine handelsübliche Zahnpasta mit Fluorid benutzen und nicht übermäßige Mengen an fluoridhaltigem Wasser trinken, sind auf der sicheren Seite.