Erdmandeln – Wirkung und Anwendung der Tigernuss (Chufa)

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Erdmandeln sind hierzulande noch weitgehend unbekannt und gelten als Geheimtipp. In Spanien, besonders in der Region Valencia, ist die „Chufa“, wie die Erdmandel dort genannt wird, fast ein Nationalheld. Kein Wunder, denn die kleine runde Knolle kann vielseitig eingesetzt werden.

 

Was sind Erdmandeln?

Erdmandeln, lateinisch Cyperus esculentus, tragen auch den Beinamen Tigernuss. In Wirklichkeit sind sie jedoch weder Mandel noch Nuss und daher sogar für Nussallergiker geeignet. Die Erdmandel ist ein Sauergrasgewächs. Den Namen trägt sowohl die Pflanze selbst, als auch ihre „Frucht“. Letztere ist etwa erbsengroß, braun und finden sich an der Wurzel der Pflanze – und bildet in Wirklichkeit ihren Energiespeicher.

Erdmandeln schmecken leicht süßlich und sind sowohl roh, als auch getrocknet, gekocht und geröstet genießbar. Ihre Vielseitigkeit zeigt sich auch an den vielen verschiedenen Einsatzgebieten. Im alten Ägypten wurde sie in Bier gekocht und mit Honig ummantelt. Man fand Süßspeisen wie diese unter anderem in alten Pharaonengräbern.

In Spanien ist die Erdmandel vor allem bei Leckermäulern beliebt. Hier wird daraus ein sehr süßes Getränk, die Horchata de Chufa, hergestellt. Bestehend aus Eiswasser, Erdmandeln und einer nicht unerheblichen Menge Zucker. Trotz ihrer Verwendung als Süßigkeit ist die Erdmandel alles andere als eine gezuckerte Ernährungssünde. In ihrer Ursprungsform ist sie ausgesprochen gesund.

 

Inhaltsstoffe Erdmandeln – rundum gesund

Der Nährstoffspeicher der Erdmandelpflanze soll dieser über schwere Zeiten hinweghelfen. Die kleinen Kugeln sind also vollgepackte Kraftpakete mit Eigenschaften, die uns in einer gesunden Ernährung zu Gute kommen. In 100 Gramm Erdmandeln finden sich folgende Nährstoffe:

25 g Fett, das vornehmlich aus ungesättigten Fettsäuren besteht und in seiner Zusammensetzung dem Olivenöl ähnelt.

62 g Kohlehydrate. Etwas mehr als die Hälfte davon sind gesunde Ballaststoffe.

8 g Eiweiß. Da das Aminisäureprofil, anders als beispielsweise bei Hanfmehl, nicht optimal ist, fällt diese Position weniger ins Gewicht.

Ebenfalls wichtig für die Gesundheit sind Vitalstoffe und Fettsäuren. Im Folgenden wieder die Angabe pro 100 Gramm.

  • 700 mg Kalium
  • 60 mg Magnesium
  • 150 mg Kalzium
  • 120 mg Phosphor
  • 62 % einfach ungesättigte Fettsäuren
  • 18 % mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • 20 % gesättigte Fettsäuren

Die Nährstoffe, Vitalstoffe und Fettsäuren in den Erdmandeln nehmen einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit.

 

Die umfangreiche Wirkung von Erdmandeln auf den ganzen Körper

Es gibt kaum eine Körperfunktion, die dank der wertvollen Inhaltsstoffe der Erdmandeln nicht positiv von diesen beeinflusst wird und selbst Kritiker können nicht umhin, die wertvollen Eigenschaften der Erdmandel zu loben.

 

Die Wirkung von Erdmandeln für das Gehirn

Kalium und Magnesium sind für den Körper bei der Übertragung von Nervensignalen auf die Muskeln wichtig – und haben dabei natürlich auch noch Einfluss auf unser Gehirn. Gleichzeitig wird Erdmandeln nachgesagt, dass sie die Konzentration und Leistung fördern können und stimulierend wirken. Gerade für Menschen, die unter einem großen geistigen und körperlichen Druck stehen, wie etwa Schüler, Sportler, Studenten oder Menschen in Führungspositionen, sind Erdmandeln daher interessant.

 

Die Wirkung von Erdmandeln auf den Darm

Auf den Darm haben vor allem die Ballaststoffe einen guten Einfluss. Sie können Verstopfungen und Blähungen lösen. Außerdem binden Erdmandeln Wasser und Giftstoffe an sich. Letztere können dann über den Darm ausgeschieden werden, ohne dass sie den Körper belasten. Das verbessert die Darmgesundheit und damit automatisch auch das Immunsystems – schließlich befindet sich etwa 80 % des menschlichen Immunsystems im Darm. Zusätzlich trägt Buttersäure zur Darmgesundheit bei. Diese ist zwar nicht in Erdmandeln enthalten, wird aber durch gute Darmbakterien produziert – und genau diese unterstützt die kleine Knolle. Buttersäure verändert den pH-Wert im Darm und schafft ein saures Milieu. Dies macht es Krankheitserregern und schlechten Darmbakterien schwerer, sich im Darm anzulagern.

Da Ballaststoffe tendenziell langsamer verdaut werden als viele andere Nährstoffe, nehmen diese auch regulierend Einfluss auf den Blutzucker. Die Werte schnellen – anders als bei ballaststoffarmen Lebensmitteln – nach dem Essen nicht so schnell hoch und sinken auch nicht rapide wieder ab. Dadurch, dass diese „Achterbahnfahrt“ des Blutzuckers vermieden wird, fühlen sich Menschen, die Erdmandeln essen länger satt und erleiden keine Heißhunger-Attacken. Besonders in einer Diät kommt diese Eigenschaft wie gerufen. Und natürlich profitieren auch Diabetiker von der blutzuckerregulierenden Wirkung. Außerdem konnte nachgewiesen werden, dass Erdmandeln die Produktion von Insulin anregen. Sie können daher ebenfalls eingesetzt werden, um Insulinresistenzen zu verringern.

Durch das Ausspülen der Giftstoffe mit den Ballaststoffen zusammen wird die Leber entlastet. Neben den Giftstoffen werden außerdem Gallensäuren abtransportiert. Die Leber fühlt sich dadurch animiert, neue Gallensäure zu produzieren, und verwendet dafür Cholesterin. Die praktische Folge daraus: Der Cholesterinspiegel sinkt.

 

Die Wirkung von Erdmandeln auf das Herz-Kreislauf-System

Das Sinken des Cholesterinspiegels, das bei Erdmandeln auch durch die guten ungesättigten Fettsäuren geschieht, hat wiederum einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislaufsystem. Vereinfacht ausgedrückt gilt: Befindet sich weniger Cholesterin im Blut, kommt es zu weniger Kalkablagerungen an den Gefäßwänden. Das Risiko, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt zu erleiden sinkt. Ebenso wie die Gefahr, an Bluthochdruck zu erkranken. Auch Kalzium und Kalium wirken sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus. Letzteres ist beispielsweise wichtig für die Blutdruckregulation sowie den Muskelaufbau, welcher natürlich auch die Kräftigung des Herzens betrifft.

Zusätzlich unterstützt der vergleichsweise hohe Anteil an Vitamin E (etwa 13 mg in 100 g Erdmandeln) das Herz-Kreislaufsystem. Vitamin E ist als ein wichtiges Antioxidans bekannt. Durch die Bindung freier Radikale kann es nicht nur Herz-Kreislauferkrankungen, sondern auch Zellveränderungen wie etwa Krebs entgegenwirken.

Ebenfalls ein Radikalfänger, und damit Wächter gegen Krebs oder auch Durchblutungsstörungen, sind die wertvollen sekundären Pflanzenstoffe der Erdmandeln. Ferner wirken diese und die ungesättigten Fettsäuren entzündungshemmend und runden das gesunde Gesamtpaket der Erdmandeln ab.

Übrigens: Erdmandelöl wird inzwischen nicht nur in der Ernährung sinnvoll eingesetzt. Medizinisch hat es seinen Dienst im Kampf gegen gutartige Prostatavergrößerungen und hohe Cholesterinwerte angetreten.

 

Erdmandeln kaufen: Darauf gilt es zu achten

In Deutschland sind Erdmandeln noch vergleichsweise selten zu finden. Gute Online-Shops und einige Reformhäuser bieten die süßen Knollen jedoch inzwischen in Form von ganzen, getrockneten Mandeln, Erdmandelmehl oder sogar Erdmandelchips an. Der Preis ist aufgrund der mühseligen Ernte der Knollen jedoch oft recht hoch. Alternativ kann die Erdmandel daher auch in unseren Graden selbst angebaut werden.

Die vielfältigen Formen von Erdmandelprodukten setzen der Fantasie kaum Grenzen. So kann Erdmandelmehl zum Beispiel zum Backen verwendet werden, Erdmandelflocken verfeinern das Müsli und getrocknete Erdmandeln sind eine leckere Knabberei vor dem Fernseher – kräftige Zähne vorausgesetzt. Erdmandelmilch ist auch für laktoseintolerante Menschen eine schmackhafte Zutat im Smoothie und Erdmandelöl verfeinert jeden Salat.

Weil Erdmandeln frei von Gluten ist, kann es auch von Menschen mit Zöliakie verwendet werden. Diese sollten Erdmandelmehl beim Backen etwa mit Amaranth- oder Buchweizenmehl vermischen. Das verbessert die Backeigenschaften des Mehls.

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