Birkenwasser – der (alte) neue gesunde Durstlöscher

Birkenwasser – der (alte) neue gesunde Durstlöscher von 3 Kommentare

Aloe Vera Saft, Kombucha, Kokoswasser und nun Birkenwasser. Es kommen immer neue Kreationen von Durstlöchern auf den Markt, die noch mehr versprechen, als lediglich den Durst zu löschen. Sie sollen mehr Energie geben, die Gesundheit fördern und jung halten. Wir haben uns das Neueste unter den alkoholfreien Getränken angeschaut und erklären Euch, warum Birkenwasser eigentlich gar nicht neu ist und warum es tatsächlich mehr ist, als nur ein Wasser mit etwas Geschmack.

 

Was ist Birkenwasser?

Birkenwasser wird, wie der Name schon vermuten lässt, aus Birken gewonnen. Dies geschieht im Frühjahr, wenn der Frost vorbei ist. Wenn der Frühling kommt und die Bäume wieder beginnen zu sprießen, brauchen sie viel Energie. Aus diesem Grund strömt Flüssigkeit (etwa 70 Liter am Tag) mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen von der Wurzel in die Krone. Diese wurden in der Wurzel gespeichert und werden nun im ganzen Baum verteilt, damit er aus seinem „Winterschlaf“ aufwachen kann.

Zu dieser Zeit wird der Stamm oder ein dicker Ast angebohrt – aber nicht zu tief, um den Baum nicht zu schaden. Aus diesem Loch fließt nun das Birkenwasser heraus und muss nun nur noch mit einem Behältnis aufgefangen werden. Abgezapft wird der Saft nur, solange die Knospen der Birkenblüten noch verschlossen sind.

 

Woher kommt Birkenwasser

Früher wurde Birkenwasser auch in Westeuropa gewonnen. Jedoch ist diese Tradition bei uns beinah gänzlich verschwunden. In Skandinavien, Osteuropa, Russland und in Teilen Chinas wird jedoch nach wie vor Birkenwasser „geerntet“ – also in Gebieten, in denen es noch große Birkenwälder gibt. Die Erntezeit wird um so kürzer, desto weiter nördlich die Bäume sich befinden, da hier die gesamte Blütezeit viel kürzer ist. Dies wirkt sich natürlich auf die Menge aus und erklärt weitestgehend, warum der Birkensaft relativ teuer ist.

 

Inhaltsstoffe und Anwendung

Das Wässerchen ist seinen Preis jedoch durchaus wert, denn es enthält viele gesunde Inhaltsstoffe und soll gegen allerlei gesundheitliche Probleme helfen. Es regt die Nierentätigkeit an und wirkt entzündungshemmend, weshalb es bei allerlei Krankheitssymptomen eingesetzt werden kann. Durch die verbesserte Nierentätigkeit unterstützt Birkenwasser die Entgiftung des Körpers und wird häufig auch bei Fastenkuren verwendet. Außerdem wurde (und wird zum Beispiel in Russland heute noch) das Lebenselixier der Birke als Heilmittel bei Gicht und Rheumatismus verwendet und hilft bei Gallen-, Blasen- und Nierenleiden für Erleichterung sorgen. Auch gegen Gelenkschwellungen und Hautunreinheiten kann es verwendet werden. Einige schwören auch auf Birkensaft gegen Haarausfall. Dieser Effekt konnte bisher jedoch nicht in klinischen Studien belegt werden.

Eine weitere Besonderheit von Birkenwasser ist der Inhaltsstoff Xylit, woher auch der leicht süßliche Geschmack stammt. Xylit oder auch Birkenzucker, ist ein Zuckeralkohol und wird bei uns inzwischen auch als Zuckereralternative verkauft. Besonders spannend ist dieser Stoff, weil er gut für unsere Zähne ist und Karies verhindert. Zudem hat Xylit wesentlich weniger Kalorien als herkömmlicher Zucker, weshalb Birkenwasser auch in jeden Diätplan passt.

Weitere Inhaltsstoffe von Birkensaft:

  • Aminosäuren
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Kupfer
  • Zink
  • Eisen

Das macht Birkenwasser auch zu einem perfekten Getränk für Sportler. Es versorgt den Körper nach einem anstrengenden Work-out nicht nur mit Flüssigkeit, sondern auch gleich mit wichtigen Mineralstoffen, die durchs Schwitzen aus dem Körper geschwemmt wurden.

 

Wo kann man Birkenwasser kaufen?

Birkenwasser ist ein reines Naturprodukt und kann, wie bereits erwähnt, nur zu einer gewissen Zeit im Jahr entnommen werden. Darüber hinaus ist es frisch gezapft an der frischen Luft, nicht sehr lange haltbar. Wird er direkt abgefüllt und gut verschlossen, wird die Haltbarkeit verlängert. Auch die Zugabe von Zucker oder Zitronensaft macht den Saft haltbarer.

Diese kurze Haltbarkeit hat natürlich Auswirkungen auf die Produkte, die bei uns gekauft werden können. Da häufig Zucker als Konservierungsmittel verwendet wird, sollten alle, die auch zusätzlichen Zucker verzichten möchte genau in die Zutatenliste achten. Alternativ gibt es auch Produkte mit Zitronensäure. Eine weitere Möglichkeit ist die Pasteurisierung (Erhitzung). Allerdings gehen dabei einige der wertvollen Inhaltsstoffe verloren.

Beim Kauf sollte man unbedingt darauf achten, dass der Saft aus biologischem und nachhaltigem Anbau kommt. Einerseits werden viele Birkenwasser in Ländern wie der Ukraine oder Weißrussland gewonnen. Hier gibt es noch viel Schwerindustrie mit der entsprechenden Umweltverschmutzung. Um den Körper mit dem Getränk etwas Gutes zu tun, sollten die entsprechenden Bäume nicht mit Giftstoffen belastet sein. Aber eine nachhaltige Produktion ist auch für die Natur wichtig.

 

Birkenwasser wird übrigens auch weiterverarbeitet. So gibt es aus dem Saft auch mit anderen Obstsorten vermengte Mischgetränke, Sirup oder auch sehr beliebt: Birkenwein.

 

Birkensaft selber machen

Wer seine eigene Birke im Garten hat, der kann sich natürlich auch selbst seinen eigenen Saft direkt frisch vom Baum zapfen. Das funktioniert so:

• Man bohrt den Stamm in etwa 25 cm höhe, zwei bis drei Zentimeter tief an. Der Durchmesser sollte nicht größer als einen halben Zentimeter sein.

• In dieses Loch schiebt man ein Glasröhrchen.

• Unter das Ende des Röhrchen stellt man ein Auffanggefäss, vorzugsweise auch aus Glas. Metallgefäße sind ungeeignet.

• Von einem Baum dürfen maximal drei Liter abgelassen werden; mehr würde dem Baum schaden.

• Wenn diese Menge ausgeflossen ist, muss man das Loch mit Baumwachs verschliessen. Normales Wachs ist ungeeignet, weil es das Loch nicht baumgerecht verschließen würde.

• Den Baum muss man danach zwei Jahre ruhen lassen, erst nach dieser Schonfrist, darf er wieder angezapft werden.

Wohl bekomms!

 

Quellen:

http://www.kraeuterweisheiten.de/birke.html
http://www.heilpflanzen-welt.de/2011-04-Heilsame-Baeume-Birken/

 

Hat jemand von euch schon Erfahrungen mit Birkenwasser gemacht? Wenn ja kommentiert hier auf der Seite, wie ihr es fandet.

 

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